Erstellt am: 15.10.2003
Letzte Änderung am: 17.03.2007
Zu einem wirklich risikoarmen und halbwegs beschwerdefreien Leben mit Diabetes gehört Selbstkontrolle einfach dazu. Viele Diabetiker vernachlässigen diesen Punkt der Therapie - das Blutzuckermessen - leider viel zu oft, sei es aus Bequemlichkeit, Unwissen oder einfach nur Angst etwas falsch zu machen.Dabei ist die Selbstkontrolle längst nicht so aufwendig und kompliziert, wie es wie es den meisten Diabetikern vorkommen mag. Grund genug, um mit einigen Vorurteilen aufzuräumen und hilfreiche Tipps zu geben.
Hände waschen reicht
Vor der Blutabnahme mit dem Pen genügt gründliches Hände waschen vollkommen. Noch vor wenigen Jahren galt es, sich vor jedem Piks die Finger vorher mit Alkohol zu desinfizieren. Dies ist nach heutiger Sicht jedoch vollkommen unnötig und schadet mehr als das es nutzen würde. Die Haut wird dadurch nämlich deutlich angegriffen und bei mehrmals täglicher Anwendung kann dies zu unangenehmen Folgen führen.
Durch geringe Messfehler nicht verunsichern lassen
Es stimmt, dass Blutzuckermessgeräte für den Heimgebrauch nicht hundertprozentig genau messen. Dies braucht die Benutzer aber nicht zu beunruhigen. Denn geringe Abweichungen des Messergebnisses haben in der Regel keinerlei Einfluss auf den Therapieverlauf.
Wer trotzdem lieber auf Nummer sicher geht, kann diese Problematik einfach aus dem Weg räumen. Man kann sein Gerät beim Hausarzt auf Genauigkeit prüfen lassen, indem man die eigenen Messungen mit denen eines Praxisgeräts vergleicht.
Behutsam vorgehen
Gehen sie behutsam vor, wenn wieder ein Blutzuckermessung ansteht, denn so erhalten sie auch die exakteren Werte. Wenn sie ihre Fingerkuppe quetschen und drücken fördert das keineswegs den Gesamtvorgang. Im Gegenteil, das Blut wird so eher aus der Kuppe hinausbefördert und mit ihm auch jede Menge Plasma. So kann das Blutgemisch im Finger aus einer ungleichen Mischung bestehen, welche den Messwert verfälscht.
Also gehen sie den Messvorgang ruhig an und picksen sie lieber zweimal, anstatt rohe Gewalt einzusetzen.
Suche nach dem passenden Messgerät
Erkundigen sie sich vorher genau über die einzelnen Funktionen von Messgeräten bevor sie eines erwerben. Die verschiednen Hersteller bieten nämlich diverse Extra-Funktionen an und so sollten sie überlegen, welches Gerät sich am besten für sie eignet.
So können in manche Geräte Messstreifen bereits im Vorfeld eingelegt werden. Andere erfassen neben Uhrzeit und Datum der letzten Messung weitere Daten wie Zeitpunkt und Dauer von sportlichen Aktivitäten, die verzehrte Kohlenhydratmenge, die Insulinart oder die Dosierung des jeweils gespritzten Insulins. Bei vielen Geräten lassen sich die Daten auf den PC übertragen und auswerten.
Ein kompletter Check-up kann auch nicht schaden
Die Selbstkontrolle bei Diabetes sollte also kein so großes Erschwernis in ihrem Alltag darstellen, dass diese sie an einer optimalen Therapierung hindert. Und wenn sie schon mit der Kontrolle angefangen haben, kann ein allgemeiner Check-up doch auch nicht mehr schaden. Einfache Testreifen genügen, um die wichtigsten Organe und Blutwerte diskret und zu Hause zu überprüfen. Oft genügt ein Blutstropfen oder ein Gläschen Urin, um beispielsweise gefährliche Magenbakterien aufzuspüren oder die Funktion die Nieren zu testen Blutanalysen und andere Untersuchungen wie Messung der Knochendichte oder des Cholesterinspiegels, für die aufwändigere Gerätschaften notwendig sind, führen auch Apotheken zunehmend selbst durch.
Wer also auf der wirklich sicheren Seite sein will, der hilft sich selbst und unterstützt die weiteren Therapiemaßnahmen. Schließlich lebt es sich nicht nur mit Diabetes zufriedener und ruhiger, wenn man jederzeit über den Zustand seines Körpers bescheid weiß.
Autor: Carolin Bunge