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Infektionsanfälligkeit

Infektionsanfälligkeit als Indikator für Diabetes

Infektionsanfälligkeit Infektionen sind eigentlich nichts anderes als das Haften bleiben, Übertragen und Eindringen von Mikroorganismen, sprich Pilzen, Viren, Bakterien, in einen Makroorganismus, also Mensch, Tier oder auch Pflanze. Eine häufige Infektanfälligkeit kann ein Anzeichen für einen noch "unentdeckten" Diabetes sein.

Hauptsache der auserkorene Ort ist feucht und warm. Besonders beliebte Orte der unliebsamen Gäste sind beim Menschen daher Mundwinkel, Füße, Genitalien, Harnwege und der Magen-Darm-Trakt. Hat es einen erst einmal erwischt, hilft meist nur eine langwierige medikamentöse Therapie.
Eine häufige Infektanfälligkeit kann ein Anzeichen für einen noch "unentdeckten" Diabetes sein. Denn eine Infektion verschlechtert bei den meisten Betroffenen die Stoffwechsellage. So ist es nicht verwunderlich, dass bei zirka einem Fünftel der Patienten bei der Diagnose Diabetes gleichzeitig eine schwere Infektion festgestellt wurde.
Früher ging man davon aus, dass ein erhöhter Blutzuckerwert idealer "Nährboden" und damit Grund für den erhöhten Pilzbefall sei. Inzwischen weiß man, dass bei normal eingestellten Patienten das Risiko einer Erkrankung genauso hoch ist. Eine besonders gewichtige Ursache ist das geschwächte Immunsystem von Diabetikern. Hinzu kommt eine schlechte Blutzirkulation durch Mikroangiopathien. Die Gefäße können nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Die schlecht durchblutete Haut wird porös und rissig: Ein idealer Nistplatz für den Pilz. Die beiden wichtigen Eiweiße Lysozym und Laktoferrien, die den Körper vor Pilzinfektionen schützen, verbinden sich mit den "verzuckerten" Proteinen in den Blutbahnen des Diabetikers und werden so in ihrer Wirksamkeit gehemmt. Zudem fördert die Einnahme von Langzeitantibiotika, Chemotherapeutika oder Kortisonpräparaten eine Infektion.
Am anfälligsten ist unser größtes Körperorgan - die Haut. Die meist trockene und spröde Haut von Diabetikern, macht es den Erregern leicht, einen Unterschlupf zu finden. Infektionen im Genitalbereich und an den Füßen sind daher keine Seltenheit.

Wenn die Füße anfangen zu jucken,

...ist dies ein erstzunehmendes Anzeichen fortgeschrittener Infektion. Von vielen bleibt der Fußpilz in diesem Stadium unbemerkt und verschwindet so schnell, wie er aufgetaucht ist. Kommen Hautrötungen, Hautquellungen und Hauteinrisse hinzu, wird es allerhöchste Zeit, den Arzt aufzusuchen. Bei schlecht eingestelltem Blutzucker besteht für Diabetiker ein gesundheitsgefährdendes Risiko. Denn Fußpilz sollte nicht unterschätzt werden. Die Ausbreitung findet schnell und unkontrolliert statt. Von der Haut greifen die Pilze auf Nägel und das innere Fußgewölbe über. Im schlimmsten Fall können gefährliche Wunden entstehen.
Um dies zu verhindern ist es ratsam, bereits bei den ersten Anzeichen zum Arzt zu gehen. Eine Behandlung mit pilztötenden Medikamenten reicht in den meisten Fällen aus, um dem Fußpilz den Garaus zu machen. Damit es nicht erneut zu einer Ansteckung kommt, sollten folgende Dinge beachtet werden:

- bequemes Schuhwerk tragen (luftig, nicht zu eng, öfters wechseln)
- möglichst Baumwollstrümpfe tragen
- täglich Füße waschen und gut abtrocknen
- hinterher auf Rötungen und Hautveränderungen untersuchen
- in Schwimmbad und Sauna Badelatschen tragen
- Fußgymnastik fördert die Durchblutung

Pilze fühlen sich vielerorts wohl

Weißliche Beläge im Mund, stark gerötete Schleimhäute und leichtes Brennen deuten auf eine Erkrankung hin. Durch Speichel gelangen die Pilze in die Mundwinkel und nisten sich in den kleinen Falten ein. Schuppende und schmerzhafte Risse können entstehen. Allerdings schaffen pilztötende Cremes schnell Abhilfe. Ähnlich verhält es sich mit Infektionen im Genitalbereich. Wichtig ist, dass beide Partner gleichzeitig behandelt werden, sonst kommt es zum Ping-Pong Effekt.
Nicht nur durch direkten Kontakt im Schwimmbad oder durch Berührung können die Erreger übertragen werden. Auch in Speisen lauert eine Gefahr. Selten hierzulande, aber die freien Tage locken viele Urlauber in fremde Länder. Häufig reichen die hygienischen Standards nicht an die mitteleuropäischen heran. Für unbeschwerten kulinarischen Genuss sollte daher der Leitsatz gelten "Kochen, Braten, Schälen oder vergiss es". So kann eine Infektion des Magen-Darm Traktes oftmals vermieden werden. Hat "Montezumas Rache" doch zugeschlagen, ist Durchfall ein erstes Anzeichen einer Erkrankung. Eine mit Antibiotika gut ausgestattete Reiseapotheke reicht in den meisten Fällen aus.

Kampf den Pilzen

So klein und unscheinbar die Erreger sind, so schwer ist es, sich gezielt vor ihnen zu schützen. Das beste Mittel zur Vorbeugung ist ein gut eingestellter Blutzuckerspiegel. Jeder Diabetiker der schon einmal an einer Infektion gelitten hat, weiß wie schwer es ist, in dieser Zeit die Werte konstant zu halten. Durch eine gute Einstellung können Gefäßschäden auf Dauer verringert und eine gute Durchblutung der Organe garantiert werden. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung trägt zusätzlich zur Stärkung des Immunsystems bei. Die kleineren Portionen, über den Tag verteilt, sollten viel frisches Obst und Gemüse enthalten. Dazu reichlich trinken, am besten Mineralwasser, ungesüßten Tee oder verdünnte Fruchtsäfte. Diese führen dem Körper ausreichend Vitamine und Mineralstoffe zu.

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