Erstellt am: 12.03.2003
Letzte Änderung am: 12.03.2003
Die Diagnose Diabetes mellitus vom Tierarzt zu hören, kommt für viele Haustierbesitzer meist völlig überraschend. Den wenigsten ist bekannt, dass auch Tiere an Diabetes erkranken können.Generell kann die Zuckerkrankheit bei allen Säugetieren auftreten, die meisten tierischen Patienten sind jedoch des Menschen liebste Haustiere: Hund und Katze. Ca. 40.000 von ihnen sind derzeit in der Bundesrepublik betroffen. Grund genug, Symptome und Verlauf der Krankheit beim Tier zu klären und herauszufinden, was für den Besitzer zu beachten ist, damit sein Liebling trotz der Krankheit ein relativ unbeschwertes Leben führen kann.
Wie erkenne ich Diabetes?
Anzeichen einer Zuckerkrankheit sind übermäßiger Durst, daraus resultierend ungewöhnlich häufiges Urinieren, Heißhungerattacken und Abmagerung trotz gesteigerter Nahrungsaufnahme. Wenn sie solche Verhaltensweisen bei ihrem Tier entdecken, sollten sie sich mit einem Tierarzt in Verbindung setzen. Dieser kann durch Blutzuckeruntersuchung und Messung der Fructosaminwerte feststellen, ob ihr Tier an Diabetes leidet oder die Symptome eine andere Ursache haben.
Krankheitsbild
Faktoren für das Entstehen eines Diabetes bei Tieren sind vor allem Übergewicht, Hormonstörungen sowie angeborene Defekte, Entzündungen und Schädigungen der Bauchspeicheldrüse.
Ähnlich wie beim Menschen ist das an Diabetes erkrankte Tier nicht in der Lage, seinen Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Dies hat massive Folgen, denn Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel sind gestört. Bei Nichtbehandlung kann es zur Erblindung oder zum Tod des Tieres kommen. Leider ist Diabetes - wie beim Menschen - auch bei Tieren nicht heilbar.
Die Ursachen für einen Diabetes beim Tier werden genau wie in der Humanmedizin in einen Typ 1 und einen Typ 2 unterteilt:
Beim Typ 1 bildet die Bauchspeicheldrüse nur unzureichend oder gar kein Insulin. Man spricht von einem absoluten Insulinmangel.
Beim Typ 2 ist zwar ausreichen Insulin im Körper vorhanden, die Körperzellen reagieren aber nur wenig bzw. gar nicht darauf.
Über den Typ 2 ist in der Veterinärmedizin noch wenig bekannt, da er im Gegensatz zum Typ 1 sehr selten auftritt, die Behandlung aber weitaus komplizierter ist.
Worauf muss ich achten, wenn mein Tier Diabetes hat?
Eine Behandlung mit Insulin ist unvermeidlich. Die benötigte Menge des Hormons ist bei jedem Tier individuell, deshalb müssen die Blut- und Urinzuckerwerte vom Tierarzt sorgfältig kontrolliert werden, damit der die richtige Dosis an Insulin bestimmen kann. Bei den meisten Hunden wird einmal pro Tag Insulin verabreicht, bei manchen Hunden, vor allen Dingen aber bei Katzen, kommt es vor, dass sie zweimal pro Tag eine Insulindosis benötigen. Verabreicht wird dem Tier das Insulin subcutan (unter die Haut) per Spritze.
Der Tierbesitzer muss unbedingt darauf achten, dass dem Tier das Insulin regelmäßig, dass heißt immer zu einer bestimmten Uhrzeit, verabreicht werden muss.
Neben der Insulinbehandlung muss dreimal täglich der Zuckergehalt im Urin getestet werden.
Hinzu kommt eine lebenslange proteinreiche und kohlenhydratarme Diät und ausreichend Bewegung. Auch hier gilt wieder der Zeit- und Mengenaspekt: Mahlzeit und Bewegung sollten stets zur gleichen Zeit und in der gleichen Menge stattfinden. Tierarztbesuche zur regelmäßigen Kontrolle sollten alle drei Monate erfolgen.
Achtet man auf diese Dinge und ist der Liebling vom Tierarzt richtig eingestellt, sollten die Krankheitssymptome bald verschwinden und ihr Tier kann trotz der Krankheit ein beschwerdefreies Leben führen.
Der finanzielle und zeitliche Aufwand
Natürlich ist ein finanzieller und zeitlicher Aufwand bei einer Diabeteserkrankung ihres Haustieres nicht zu leugnen. Hat man den regelmäßigen Ablauf jedoch erst mal verinnerlicht, wird sich die Behandlung schnell als weitaus unkomplizierter herausstellen als befürchtet.
Und was das Finanzielle angeht, bleibt die Frage, ob die Freude am und die Zuneigung zum Tier diesen Aspekt nicht einfach überlagert.
Tipp: Erste Hilfe bei Unterzuckerung
Unterzuckerung tritt bei Tieren vor allen Dingen dann auf, wenn sie bereits ihre Insulinspritze verabreicht bekommen haben, danach aber aus irgendeinem Grund die Mahlzeit verweigern. Benommenheit und Bewusstseinsstörungen sind Anzeichen eines solchen Unterzuckers. In diesem Fall muss dem Tier unbedingt erneut Futter angeboten werden. Verweigert es dieses wiederum, sollten ihm zwei Löffel Honigwasser verabreicht und der Tierarzt verständigt werden.