Erstellt am: 14.05.2004
Letzte Änderung am: 28.05.2004
Die Teilnahme ist essentieller Bestandteil, um den alltäglichen Umgang mit der Krankheit zu schulen und das Risiko von Folgeerkrankungen zu minimieren. Nicht Mitgefühl und Betroffenheit, sondern die Vermittlung von Wissen, die Übernahme von Verantwortung sollen geschult werden. Der Patient als „Manager“ für mehr Flexibilität und Selbstbewusstsein.
Jeder Versicherte hat ein Recht auf eine angemessene Schulung. Neben den neuen DMP, bieten die Kassen zusätzliche Angebote.
Wer bietet was an
Voraussetzung für die Teilnahme an einem Programm ist, dass man bei der jeweiligen Kasse krankenversichert ist, der Arzt eine chronische Erkrankung festgestellt hat und die Bereitschaft zur aktiven Teilnahme besteht. Nach der Besprechung mit dem behandelnden Arzt muss der Patient seine schriftliche Einwilligung für eine Teilnahme übersenden. Wer Schwierigkeiten beim Ausfüllen oder Fragen zum Programm hat, kann bei der BARMER zusätzlich die Hilfe eines Programmbegleiters in Anspruch nehmen. Darüber ist es möglich Informationen über Schulungsmöglichkeiten vor Ort, Leistungen der Krankenkasse und kostengünstige Angebote (z.B. Teststreifen)einzuholen. Bei der Auswahl der Programme unterscheiden sich die Kassen etwas. Die großen Kassen BARMER, AOK, DAK, TKK, KKH und BKK greifen bei der Auswahl auf die vom Zentralinstitut Köln evaluierten und publizierten Schulungsprogramme für Typ 2Diabetiker.
Dazu zählen:
· Strukturiertes Therapie- und Schulungsprogramm für Typ-2-Diabetiker, die nicht Insulin spritzen
· Strukturierte Therapie- und Schulungsprogramm für konventionelle Insulintherapie
· Strukturiertes Therapie- und Schulungsprogramm für intensivierte Insulintherapie
· Strukturiertes Therapie- und Schulungsprogramm für Typ-2-Diabetiker, die Normalinsulin spritzen
· Strukturiertes Therapie- und Schulungsprogramm für Patienten mit Hypertonie
Die Programmdauer beläuft sich im Durchschnitt auf 5-6 Doppelstunden. Ein weiteres Programm heißt MEDIAS 2 (Mehr Diabetes –Selbstmanagement bei Typ 2). Dieses im Auftrag des Bundesforschungsministeriums im Diabetes Zentrum Bad Mergentheim entwickelte Schulungsprogramm schult durch viele praktische Übungen die aktive Auseinandersetzung und die Überwindung alltäglicher Barrieren- kurz gesagt „ das Selbstmanagement“. Seit kurzem ist auch bei fast allen Krankenkassen die Teilnahme an Hypertonieschulungen und Präventionsprogrammen mit Schwerpunkt Sport & Ernährung möglich. Bei den Typ1ern erfolgt die Auswahl und Zusammenstellung des Programms nach Absprache mit dem Hausarzt und den individuellen Anforderungen des Patienten. Bei jungen Diabetikern wird das Schulungsprogramm zweigeteilt. Ist der kleine Patient zu jung, erfolgt eine intensive Schulung der Eltern für Spritz- und Essgewohnheiten und den richtigen Umgang mit den Kinder. Je nach Reife der Kinder erfolgt eine weitere Schulung für die Betroffenen nach dem 10. Lebensjahr. Die Kinder sollen lernen eigenverantwortlich und selbständig mit der Krankheit umzugehen. Dazu bieten die Kassen einwöchige Schulungen nur für die Kinder an.
Zusätzliche Angebote
Neben den Betroffenen selbst spielt eine Auseinandersetzung und umfassende Informationen für Ehepartner/Innen, Verwandte und Familienangehörige eine wichtige Rolle. Angebote dafür sind bisher eher spärlich. Unterschiede in den Leistungen treten nicht nur zwischen den einzelnen Krankenkassen, sondern auch den Bundesländern auf. Genauer informiert die Krankenkasse vor Ort.
Die BKK bietet seit 1998 einen telefonischen Beratungsservice für alle Mitglieder an. Das Angebot ist als freiwillige Orientierungs- und Erinnerungshilfe zu verstehen. Am anderen Ende der Leitung sitzen Experten, die Auskünfte über Behandlungsprogramme und Medikamente erteilen. Ist ein wichtiger Arzttermin fällig, kann der Versicherte sich telefonisch benachrichtigen lassen.
Qualitätssteigerung
Alle an den DMP teilnehmenden Ärzte haben sich vertraglich dazu verpflichtet den bundesweit anerkannten Diabetes-Pass zu führen. Im Rahmen des DMP soll die Versorgungsstruktur unter den teilnehmenden Praxen und die Zusammenarbeit zwischen Hausarzt und den Spezialisten für Folgeerkrankungen verbessern. Allgemein gültige Leitlinien sollen dazu beitragen, dass regelmäßige Untersuchungen der Augen, Füße, Blutdruck durchgeführt und Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten geschult werden. Aber auch Ärzte können nicht an alles wissen und an alles denken. Und so bleibt auch in Zukunft den Patienten das allseitige Informieren außerhalb der Arztpraxis nicht erspart.
Autor: Steffi Dörries
Quelle: Pressestellen (DAK, KKH, BARMER, TKK, AOK)