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Diabetes »
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Special Schulungen

Schulung auf den Diabetes zugeschnitten

Diabetes ist eine komplexe Stoffwechselerkrankung. Kein Diabetes gleicht dem anderen. Der Betroffene ist 99% seines Lebens mit dem Diabetes auf sich allein gestellt. Der Arzt und/oder Diabetologe übernimmt die Rolle des Beraters.

Die ersten Schritte führen an einer Schulung nicht vorbei. Jeder Patient hat ein Recht auf fachgerechte medizinische Schulung. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Trotzdem haben schätzungsweise nur 15% aller Diabetiker je an einer strukturierten Schulung teilgenommen. Sei es aus Versäumnis, Desinteresse oder Unkenntnis.
Dabei liegt es auf der Hand, geschulten Diabetikern geht es besser. Sie haben seltener Stoffwechselentgleisungen oder Unterzuckerungen, sind seltener krank und leiden später seltener an Folgeerkrankungen.

Schritt für Schritt

Der erste Ansprechpartner sollte immer der Hausarzt sein. Er prüft, ob ein krankheitsbedingter Zuckerwert vorliegt. ( Meist ist er es auch, der einen Diabetes feststellt.) Nach der Diagnose, egal ob Typ 1 oder Typ 2 Diabetes bespricht der Arzt mit dem Patienten, welche Schulung und anschließende Behandlung am besten geeignet ist. Dabei sollten neben den medizinisch notwendigen Anforderungen auch die Bedürfnisse und Vorstellungen des Betroffenen mit einfließen. Ganz wichtig ist, dass die Behandlung auf den Patienten zugeschnitten ist und nicht umgekehrt. Die Krankheit allein stellt bereits hohe Anforderungen und sollte schließlich so gut wie möglich in den Alltag des Betroffenen eingebaut werden. Nur so ist eine kontinuierlich gut durchgeführte Behandlung durchführbar.

Beratung von Experten
 
Bei der Wahl der optimalen Schulung sind vielfältige Programme als Richtlinien möglich. Erstens muss unterschieden werden zwischen Typ1 und Typ 2 Patienten. Führt der Arzt die Schulung nicht selbst durch, erfolgt eine Überweisung an die nächste diabetologische Schwerpunktpraxis oder Klinik. Die Schulungen dürfen nur von qualifiziertem Fachpersonal im Bereich Diabetes durchgeführt werden. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft hat Qualitätsstandards zur Anerkennung einer Behandlungseinrichtung erstellt. Die Kriterien untergliedern sich je nach Qualitätsniveau und Angebot in drei Stufen.

1. „Basisanerkennung“
2. „Erweiterte Anerkennung mit diabetesspezifischem Qualitätsmanagement“ und
3. „Klinisches Diabeteszentrum DDG“

Eine Übersicht der Anforderungen und anerkannten Einrichtungen ist auf den Seiten des DDG www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de zu finden. Zusätzlich vergibt die DDG Zertifikate an das Schulungspersonal, die in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden müssen.
Schulung individuell zugeschnitten

Welche Schulung passt zu mir?

Jeder Diabetes ist anders und muss individuell behandelt werden. Dennoch kann man die notwendigen Schulungsprogramme in vier Kategorien unterteilen.

Behandlungs- und Schulungsprogramm für (Typ1 und Typ2 Patienten)

1. Basistherapie (ohne Insulin)
2. Therapie mit oralen Antidiabetika
3. Insulintherapie: unterteilt in intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT) und konventionelle Insulintherapie (CT)
4.   Pumpentherapie

Bevor man sich für eine Therapieform entscheidet, müssen körperliche Verfassung, Alter, persönliche Lebensumstände und natürlich der Typ (1 oder 2) des Patienten berücksichtigt werden. Zusätzlich bieten die verschiedenen Einrichtungen ambulante und stationäre Behandlungs- und Schulungsprogramme an.
Die Basistherapie richtet sich in erster Linie an Typ 2 Diabetiker, die allein mit Diät und Bewegung behandelt werden. Etwa 80% aller Diabetiker haben mit Übergewicht zu kämpfen. Über mehrere Wochen lernen die Teilnehmer eine den diabetischen Stoffwechsel positiv beeinflussende Ernährung, das richtige Einschätzen von BE´s wird zusätzlich geschult. . Außerdem soll der Spaß an mehr Bewegung geweckt und in den Alltag eingebaut werden.
Reicht eine Basistherapie nicht aus, um die Blutzuckerwerte in den Normalbereich zu senken, ist eine zusätzliche Behandlung mit oralen Antidiabetika notwendig. Die Tabletten sind kein Ersatz für das Insulin. Die körpereigene Produktion des Insulins soll durch eine medikamentöse Behandlung gefördert werden. Und langfristig zu einer Senkung der Blutzuckerwerte beitragen.

Konventionelle und intensivierte konventionelle Insulintherapie 

Die Insulintherapie ist unverzichtbarer Bestandteil für Typ-1 Diabetiker und je nach Einstufung auch für Typ 2 Diabetiker geeignet. Der richtige Umgang mit dem Insulin steht im Mittelpunkt der Schulung. In homogen Kleingruppen (je nach Alter, Diabetestyp, Anforderungen) von 4-5 Teilnehmern erfolgt eine Schulung von 5- 12 Doppelstunden. Schwerpunkt sind die Insulin- und Injektionstechnik, die Blutzuckerselbstkontrolle, das Erlernen von dem richtigen Zusammenspiel von Wirksamkeit, Dosierung und Mahlzeiten. Die intensivierte konventionelle Insulintherapie erlaubt ein hohes Maß an Flexibilität. Dies ermöglicht das Spritzen von kurzwirksamen Insulin und Altinsulin auf der Grundlage der Blutzuckerselbstkontrolle. Ein geschulter Umgang  ermöglicht einen flexiblen Alltag und einen gut eingestellten Blutzucker.
Die konventionelle Insulintherapie eignet sich eher für Typ 2 Diabetiker (wenn eine ausreichende Insulinrestsekretion vorhanden ist). Voraussetzung ist ein regelmäßiger Tagesablauf und damit feste Essgewohnheiten. Bei dieser Behandlungsform mit Mischinsulinen kommt es darauf an eine festgelegte Menge an Kohlenhydraten über den Tag einzunehmen. Das Insulinprofil muss „angegessen“ werden und ist einem starren Rhythmus unterworfen. Für die Anforderungen im Alltag (Beruf, Familie) daher meist ungeeignet.
Die Insulinpumpentherapie ist eine erweiterte Form der intensivierten konventionellen Insulintherapie. Von der große einer Scheckkarte und der Dicke eines Skatblattes wird die Insulinpumpe am Bauch befestigt. Über einen Katheter gelangt das Insulin subkutan in das Fettgewebe im Bauch. Alle zwei Tage wird die Pumpe, in der ausschließlich kurzwirksames Insulin vorhanden ist, ausgewechselt. Der Diabetiker hat eine weitgehend flexible Lebensweise. Der nahrungsunabhängige Insulinbedarf wird automatisch durch kleinere Dosen des kurzwirksamen Insulins abgedeckt.

FAZIT:
Die Kosten werden im Rahmen des Strukturprogramms von allen Kassen übernommen. Zusätzlich bieten Krankenkassen die Möglichkeit bei Bedarf an einem Schulungsprogramm für Patienten mit Hypertonie teilzunehmen. Präventionsprogramme für Übergewicht werden künftig mehr Gewicht erhalten. Die Zahl der Folgeerkrankungen und anfallenden Behandlungskosten sollen so langfristig gesenkt werden.
Der Diabetiker kann nicht alles wissen. Der erste Schritt zu einem unbeschwerten und freiem Leben ist das Gelernte in den Alltag einzubauen. Heilbar ist Diabetes nicht, um so wichtiger ist es mit der Krankheit „alltagstauglich“ umzugehen. 

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