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Typ-1-Diabetes - Grundlagen

Was verbirgt sich hinter dem Begriff "Typ-1-Diabetes"?

Quelle: AOK Typ-1-Diabetes ist mit schätzungsweise fünf bis zehn Prozent aller Erkrankungen die zweithäufigste Form der Zuckerkrankheit. Da er vorwiegend im Kindesalter, spätestens aber bis etwa 30 Jahre diagnostiziert wird, spricht man auch von jugendlichem oder juvenilem Diabetes.

Im Gegensatz zum Typ-2 handelt es sich hier jedoch nicht um eine Krankheit, die vorwiegend mit einer ungesunden Lebensweise zu tun hat, sondern um eine Autoimmunerkrankung: Körpereigene Abwehrstoffe, sogenannte Antikörper, greifen die insulinproduzierenden Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse an und zerstören sie.
Warum der Körper in diesem Fall sich selbst angreift, konnte bislang nicht eindeutig geklärt werden. Zum einen spielt die genetische Veranlagung eine Rolle: Bei etwa drei bis sieben Prozent der Verwandten ersten Grades eines Typ-1-Diabetikers tritt die Stoffwechselkrankheit auf. Zudem gehen die Forscher davon aus, dass bestimmte Virusinfektionen eine Rolle spielen, indem diese die Antikörper "aktivieren". Neueste Untersuchungen gehen auch davon aus, dass Umweltfaktoren eine Rolle spielen können. Welche das genau sind, konnten die Wissenschaftler bisher jedoch nur vermuten.

Symptome

Man muss kein Mediziner sein, um die ersten Anzeichen für erhöhten Blutzucker zu erkennen. Tritt eines oder mehrere der folgenden Symptome regelmäßig oder dauerhaft auf, ist eine Untersuchung durch den Arzt empfehlenswert:

  • Starker Durst durch den Wasserverlust
  • Häufiges Wasserlassen (Polyurie)
  • Schwächegefühl
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Azetongeruch (wie Nagellackentferner)

Diagnose

Ob dabei tatsächlich ein Diabetes vorliegt, kann letztlich jedoch nur der Arzt feststellen. Den ersten Hinweis ergibt der Nüchternblutzucker. Liegt dieser über einem Wert von 110 mg/dl (Vollblutglukose) bzw. 125 mg/dl (Plasmaglukose), erfolgt meist noch eine weitere Bestimmung des Nüchternblutzuckers und wenn dieser erneut bestätigt wird, ein oraler Glukosetoleranztest (OGTT).
Dabei erhält der nüchterne Patient morgens nach der ersten Blutentnahme 75 g Traubenzucker (Glucose), der in Wasser aufgelöst ist. Dies muss innerhalb von zehn Minuten langsam getrunken werden. 60 und 120 Minuten nach Trinkbeginn wird nochmals Blut abgenommen. Liegt der Nüchternblutzucker über 120 mg/dl und der 2-Stunden-Blutzucker über 200 mg/dl, wird Diabetes mellitus diagnostiziert.

Therapie

Da Typ-1-Diabetiker kein eigenes Insulin produzieren können, müssen sie es sich zuführen. Man nennt sie daher auch "insulinpflichtig".
Die ältere und auch etwas überholte Form ist die konventionelle Therapie. Hier wird die Essensmenge der Insulindosis angepasst. In der Regel spritzen die Patienten zweimal täglich (Morgens und Abends) Insulin. Gegessen wird immer dann, wenn das Insulin stark wirkt. Auch die Menge der Kohlenhydrate, die man zu sich nehmen darf, ist hier streng festgelegt.
Moderner und wesentlich flexibler ist dagegen die intensivierte Insulintherapie (ICT), auch funktionelle Insulintherapie (FIT) oder Basis-Bolus-Therapie (BBT) genannt. Durch mehrmalige Blutzuckerkontrollen und Insulininjektionen pro Tag wird mit Hilfe von Verzögerungs- (Basal-) und kurzwirksamem Normal- (Alt-) Insulin versucht, die Stoffwechselsituation von gesunden Menschen nachzuahmen.
Die jüngste Form der Therapie ist die Verwendung einer sogenannten Insulinpumpe. In der Medizin erhält sie die Abkürzung CDII, was aus dem Englischen übersetzt "kontinuierliche subkutane Insulininfusion" bedeutet. Der Diabetiker trägt eine Pumpe, die in etwa die Größe einer Zigarettenschachtel hat, ständig am Körper. Ein Katheder führt meist über die Bauchwand permanent Basal- und je nach Bedarf zusätzlich Normalinsulin zu.

Grundvoraussetzung für jede Therapieform ist eine gute Schulung. Denn diese ist Garant für eine gute Einstellung, die Folgeschäden vorbeugt und dafür sorgt, dass ein Diabetiker ein Leben nahezu ohne Einschränkungen führen kann.


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