Erstellt am: 09.09.2005
Letzte Änderung am: 09.09.2005
Typ-1-Diabetes ist mit schätzungsweise fünf bis zehn Prozent aller Erkrankungen die zweithäufigste Form der Zuckerkrankheit. Da er vorwiegend im Kindesalter, spätestens aber bis etwa 30 Jahre diagnostiziert wird, spricht man auch von jugendlichem oder juvenilem Diabetes.
Im Gegensatz zum Typ-2 handelt es sich hier jedoch nicht um eine
Krankheit, die vorwiegend mit einer ungesunden Lebensweise zu tun hat,
sondern um eine Autoimmunerkrankung: Körpereigene Abwehrstoffe,
sogenannte Antikörper, greifen die insulinproduzierenden Beta-Zellen in
der Bauchspeicheldrüse an und zerstören sie.
Warum der Körper in
diesem Fall sich selbst angreift, konnte bislang nicht eindeutig
geklärt werden. Zum einen spielt die genetische Veranlagung eine Rolle:
Bei etwa drei bis sieben Prozent der Verwandten ersten Grades eines
Typ-1-Diabetikers tritt die Stoffwechselkrankheit auf. Zudem gehen die
Forscher davon aus, dass bestimmte Virusinfektionen eine Rolle spielen,
indem diese die Antikörper "aktivieren". Neueste Untersuchungen gehen
auch davon aus, dass Umweltfaktoren eine Rolle spielen können. Welche
das genau sind, konnten die Wissenschaftler bisher jedoch nur vermuten.
Symptome
Man
muss kein Mediziner sein, um die ersten Anzeichen für erhöhten
Blutzucker zu erkennen. Tritt eines oder mehrere der folgenden Symptome
regelmäßig oder dauerhaft auf, ist eine Untersuchung durch den Arzt
empfehlenswert:
Diagnose
Ob dabei tatsächlich ein Diabetes
vorliegt, kann letztlich jedoch nur der Arzt feststellen. Den ersten
Hinweis ergibt der Nüchternblutzucker. Liegt dieser über einem Wert von
110 mg/dl (Vollblutglukose) bzw. 125 mg/dl (Plasmaglukose), erfolgt
meist noch eine weitere Bestimmung des Nüchternblutzuckers und wenn
dieser erneut bestätigt wird, ein oraler Glukosetoleranztest (OGTT).
Dabei
erhält der nüchterne Patient morgens nach der ersten Blutentnahme 75 g
Traubenzucker (Glucose), der in Wasser aufgelöst ist. Dies muss
innerhalb von zehn Minuten langsam getrunken werden. 60 und 120 Minuten
nach Trinkbeginn wird nochmals Blut abgenommen. Liegt der
Nüchternblutzucker über 120 mg/dl und der 2-Stunden-Blutzucker über 200
mg/dl, wird Diabetes mellitus diagnostiziert.
Therapie
Da
Typ-1-Diabetiker kein eigenes Insulin produzieren können, müssen sie es
sich zuführen. Man nennt sie daher auch "insulinpflichtig".
Die
ältere und auch etwas überholte Form ist die konventionelle Therapie.
Hier wird die Essensmenge der Insulindosis angepasst. In der Regel
spritzen die Patienten zweimal täglich (Morgens und Abends) Insulin.
Gegessen wird immer dann, wenn das Insulin stark wirkt. Auch die Menge
der Kohlenhydrate, die man zu sich nehmen darf, ist hier streng
festgelegt.
Moderner und wesentlich flexibler ist dagegen die
intensivierte Insulintherapie (ICT), auch funktionelle Insulintherapie
(FIT) oder Basis-Bolus-Therapie (BBT) genannt. Durch mehrmalige
Blutzuckerkontrollen und Insulininjektionen pro Tag wird mit Hilfe von
Verzögerungs- (Basal-) und kurzwirksamem Normal- (Alt-) Insulin
versucht, die Stoffwechselsituation von gesunden Menschen nachzuahmen.
Die
jüngste Form der Therapie ist die Verwendung einer sogenannten
Insulinpumpe. In der Medizin erhält sie die Abkürzung CDII, was aus dem
Englischen übersetzt "kontinuierliche subkutane Insulininfusion"
bedeutet. Der Diabetiker trägt eine Pumpe, die in etwa die Größe einer
Zigarettenschachtel hat, ständig am Körper. Ein Katheder führt meist
über die Bauchwand permanent Basal- und je nach Bedarf zusätzlich
Normalinsulin zu.
Grundvoraussetzung für jede Therapieform ist
eine gute Schulung. Denn diese ist Garant für eine gute Einstellung,
die Folgeschäden vorbeugt und dafür sorgt, dass ein Diabetiker ein
Leben nahezu ohne Einschränkungen führen kann.
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Autor: Ramona Völkl
Quelle:
www.netdoktor.de
www.diabeticus.de
www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de
"Diabetes Journal - Das Buch"