Erstellt am: 11.09.2007
Letzte Änderung am: 11.09.2007
Hautschmuck in Form von Bildern, Ringen oder Stäben fasziniert oder schockiert seit Menschengedenken. Der Eingriff in die eigene Haut bietet die Möglichkeit, den Körper nach persönlichen Wünschen selbst zu gestalten und zu verändern.
Immer mehr Menschen mit den verschiedensten Lebensentwürfen möchten sich mit Tätowierungen oder Piercings schmücken.
Dazu gehören natürlich auch Menschen mit der verbreiteten Erkrankung Diabetes mellitus. Ihnen wird jedoch häufiger davon abgeraten. Diese Ratschläge werden teils aus rein ästhetischen Gründen oder persönlicher Abneigung und teils wegen ernstzunehmender medizinischer Bedenken gegeben. Denn ein Piercing oder eine Tätowierung stellt – ähnlich einer Schönheitsoperation - einen Eingriff in den Körper und eine temporäre Verletzung der Haut dar. Durch das Austreten von Blut und durch Öffnen des Gewebes, steigt das Risiko von Entzündungen oder Infektionen. Da diese Risiken bei Diabetikern ohnehin erhöht sind, ist es notwendig sich vorher eingehend mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Was sind Risiken beim Tätowieren oder Piercen?
Wenn man die Haut verletzt, tritt meistens Blut aus. Blut kann Überträger unheilbarer Krankheiten wie AIDS oder Hepatitis sein. Da in einem Tattoo- oder Piercingstudio mit Nadeln, Kanülen und Farbbehältern gearbeitet wird, kann es bei mangelhafter Hygiene – schlimmstenfalls durch Verwenden einer Nadel für mehrere Kunden- zu einer Infektion kommen. Ein weiteres Risiko stellt der Abheilprozess des neuen Körperschmucks dar: Wenn der Träger in dieser Phase nicht bereit ist sein neues Piercing oder Tattoo mehrmals täglich zu säubern und zu pflegen, kann es auch hier zu unangenehmen bis gefährlichen Wundinfektionen kommen. Auch der Schmuck oder die Farbe können problematisch sein: Einige Menschen sind gegen diese Farben allergisch. Schmuck mit hohem Nickelanteil oder rauer Oberfläche lässt die Haut schlecht heilen.
Wie kann man Infektionen beim Piercen oder Tätowieren verhindern?
Sowohl Piercer und Tätowierer als auch ihre Kunden sind dafür verantwortlich, dass nicht zu Infektionen kommt.
Tattoo- und Piercingstudios müssen hygienisch und mit sterilen Geräten arbeiten. Einige Tätowierer und Piercer haben sich zu Organisationen zusammengeschlossen, deren Mitglieder mit ihren strengen Hygieneauflagen die Sicherheit und Gesundheit ihrer Kunden gewährleisten. Dazu gehören beispielsweise die Deutschen Organisierten Tätowierer (D.O.T.) sowie die Erste Organisation Professioneller Piercer (opp-ev). Studios, die zu den Mitgliedern dieser Organisationen gehören, werden regelmäßig überprüft.
Welches Studio ist geeignet?
Grundsätzlich ist jedes Studio geeignet, welches unter hygienischen Bedingungen mit sterilem Material und einer guten Kundenberatung arbeitet.
Da es aber vielfach unseriöse Angebote gibt empfiehlt es sich dringend, das entsprechende Studio vorher genau in Augenschein zu nehmen. Hier sind einige Kriterien aufgelistet:
Sind die Räume sauber und ordentlich?
Wird in den Arbeitsräumen weder geraucht noch gegessen?
Erhalten Sie eine ausführliche Beratung, bei der Ihre Fragen geklärt werden können?
Werden Ihnen detaillierte Pflegeanweisungen und –mittel zur Verfügung gestellt?
Zieht der Piercer/Tätowierer unmittelbar vor einem Eingriff originalverpackte Einweghandschuhe und einen Mundschutz an?
Benutzt der Piercer/Tätowierer nur sterilisierte Geräte und originalverpacktes Material?
Können diese Fragen nach der Besichtigung des Studios mit „Ja“ beantwortet werden, erfüllt es in der Regel die Mindeststandards.
Welche Art des Piercens oder Tätowierens sollte man meiden?
Um eine hygienische Arbeitsweise zum Ausschluss von Infektionskrankheiten zu gewährleisten bedarf es eines Studios, welches die oben beschriebenen Kriterien erfüllt.
So genannte Tattoo und Piercing Conventions in Hallen oder unter freiem Himmel können diese Standards kaum oder gar nicht gewährleisten. Auch Angebote von Piercing oder Tattoos zu sehr geringen Preisen sollte man äußerst kritisch sehen. Vielfach wird hier weder fachgerecht noch hygienisch gearbeitet. Dazu gehört beispielsweise die Verwendung von Ohrlochpistolen, die absolut ungeeignet und unhygienisch sind sowie das Einsetzen von minderwertigem Schmuck.
Unbedingt abzuraten ist von Touristenangeboten im Ausland, schlimmstenfalls am Strand, da dort die hygienischen Bedingungen katastrophal sein können.
Lesen sie im zweiten Teil:
Worauf sollten Diabetiker beim Tätowieren und Piercen besonders achten?
Weiterführende Links
www.tattoo-arno.de/Hygiene/hygiene.html
www.opp-ev.de/
www.dot-ev.de/