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Piercing und Tattoo bei Diabetikern - Teil 2)

Piercing und Tattoo bei Diabetikern - Teil 2

Frauen mit Rückentattoos Hautschmuck in Form von Bildern, Ringen oder Stäben fasziniert oder schockiert seit Menschengedenken. Der Eingriff in die eigene Haut bietet die Möglichkeit, den Körper nach persönlichen Wünschen selbst zu gestalten und zu verändern. Mit der medialen Aufbereitung dieses Themas erfuhr das Stechen und Färben menschlicher Haut eine zusätzliche Steigerung seiner Popularität und Gesellschaftsfähigkeit.

Was sind die besonderen Risiken des Piercens und Tätowierens bei Diabetikern?

Diabetiker haben einen veränderten Stoffwechsel. Zu den Folgeerkrankungen und Begleiterscheinungen eines Diabetes können gestörte Durchblutung und Wundheilung, Nervenschäden oder höhere Anfälligkeit für Infektionen gehören. Diese Faktoren können den Wundheilungsprozess verlangsamen oder sogar verhindern. Außerdem ist es möglich, dass der Stressfaktor, den der bevorstehende Termin vielleicht auslöst, den Blutzuckerspiegel schwanken lässt.

Sollte man deshalb kategorisch auf diesen Körperschmuck verzichten?

Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort, denn jeder Diabetes mellitus ist individuell. Grundsätzlich gilt: Man sollte in jedem Fall vorher den Arzt befragen. Wer sich nicht sicher ist, ob dessen Ratschlag vorurteilsfrei ist, sollte den Arzt ausdrücklich fragen, welche Faktoren in seinem Fall dagegen sprechen. Im Zweifelsfall kann man sich eine Zweitmeinung einholen.
Einige Hinweise kann man jedoch auch selbst erkennen: Bei einem gut eingestellten Diabetiker mit einem HbA1-Wert zwischen minimal 4,5 und maximal 6,5 Prozent, ohne schwere Blutzuckerschwankungen, der weitgehend beschwerdenfrei lebt, spricht nichts dagegen -  vorausgesetzt der Arzt erhebt keine Einwände. Unter Wundheilungsstörungen leiden auch Nicht-Diabetiker. Bei guter Pflege und regelmäßiger Kontrolle kann das Piercing oder die Tätowierung dennoch abheilen, es dauert unter Umständen aber länger.

Sollte man den Piercer oder Tätowierer vorher über den Diabetes informieren?

Theoretisch muss  man über Diabetes mit niemandem als dem behandelnden Arzt sprechen. Allerdings ist eine Aufklärung des Piercers oder Tätowierers aus praktischen Gründen dringend zu empfehlen: Gute Piercer und Tätowierer bieten Nachkontrollen ihrer Arbeiten an. Kleinere Komplikationen können aber nicht richtig eingeschätzt werden, wenn eine Krankheit verschwiegen wird. Auch während einer so genannten Tattoo Session kann es durch die körperliche Belastung von Schmerz und Stress unter Umständen zu Blutzuckerschwankungen kommen. Das Gegenüber weiß dann aber nicht, warum es dem Kunden plötzlich schlechter geht und kann im schlimmsten Fall auch nicht mit Traubenzucker helfen oder Sanitäter informieren.
Darüber hinaus kann die Größe eines Motivs mehrere Stunden oder Sitzungen erfordern, das Einbringen von Farben in die Haut mit Nadeln wird unterschiedlich schmerzhaft empfunden. Wenn man dem Tätowierer nicht vertraut oder er unsympathisch ist, wird die Entstehung des Tattoos vermutlich eine sehr unangenehme Erfahrung werden. Ein gewisses Grundvertrauen und Sympathie gegenüber der Person, die mit der eigenen Haut arbeitet, trägt wesentlich dazu bei, dass Tätowierung oder Piercing von Beginn an zu einem positiven Erlebnis werden. 

Lesen Sie auch Teil 1 des Artikels

Weiterführende Links
 
http://www.tattoo-arno.de/Hygiene/hygiene.html

http://www.opp-ev.de/


http://www.dot-ev.de/



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