Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zur Zweitnavigation springen Zur Suche springen zusätzliche Informationen
Zweitnavigation
zurück zur Rubrik
Diabetes »
Inhalt
Schlafmangel

Beeinflusst Schlafmangel den Diabetes?

Eine Studie der Medizinerin Esra Tasali besagt, dass eine Unterdrückung der erholsamen Schlafphasen bei gesunden, jungen Menschen die Insulinsensitivität und Glukosetoleranz um mehr als 20 Prozent erniedrigt. Nun stellt sich die Frage, ob im Umkehrschluss erholsamerer Schlaf die Blutzuckereinstellung von Menschen mit Diabetes positiv beeinflussen kann?

Die Studie zur Unterdrückung des so genannten „Slow Wave Sleep“(SWS-Schlaf) als Risikofaktor für einen Typ-2-Diabetes wurde an 18 jungen, schlanken und gesunden Versuchsteilnehmern durchgeführt: Auf 2 Nächte ungestörten Schlafes folgten drei Nächte, in denen der SWS-Schlaf einiger Versuchsteilnehmer medizinisch unterdrückt wurde, jedoch ohne dass sie dabei aufwachten. Während des Versuches wurden Glukose- und Insulinwerte der Teilnehmer gemessen, ihre Insulinempfindlichkeit wurde bestimmt und man ermittelte die Glukosetoleranz durch intravenöse Toleranztests.

Die Ergebnisse der Schlaf/Diabetesrisiko-Studie

Nach nur drei Nächten war die Insulinempfindlichkeit der Versuchsteilnehmer mit unterdrücktem SWS-Schlaf um circa 25 Prozent erniedrigt und konnte nicht durch eine erhöhte Insulinausschüttung ausgeglichen werden. Hinzu kam eine Erniedrigung der Glukosetoleranz um etwa 23 Prozent. Bei erhöhten Blutzuckerwerten, erniedrigter Insulinempfindlichkeit und Glukosetoleranz, steigt das Diabetes-Typ-2-Risiko also auch bei jungen, schlanken Menschen deutlich an.
Eine andere Studie zu diesem Thema untersuchte den Einfluss der Schlafqualität auf den HbA1c-Wert von 161 afro-amerikanischen Frauen: Ein Schlafdefizit von drei Stunden pro Woche bei einem Durchschnittswert von 8 Stunden Nachtschlaf erhöhte den Blutzucker-Langzeit-Wert um 1,1 Punkte. Je weniger eine Typ-2-Diabetikerin schlief, desto schwieriger ließen sich ihre Blutzuckerwerte einstellen.

Genügend Schlaf verringert das Diabetesrisiko

Die Ergebnisse dieser Studien lassen umgekehrt den Schluss zu, dass ausreichender Nachtschlaf das Diabetesrisiko verringert und die Blutzuckereinstellung deutlich verbessert.
Ein erwachsener Mensch braucht durchschnittlich mindestens sechs und bestenfalls acht Stunden Schlaf pro Nacht. Bei alten Menschen verringert sich das Schlafbedürfnis, bei Kindern und Jugendlichen ist es am höchsten. Individuell können die Schlafzeiten, die ein Mensch braucht, um sich ausgeschlafen zu fühlen, deutlich variieren: Während der eine sich erst nach 10 Stunden wirklich erholt hat, ist der andere bereits nach 6 Stunden frisch und munter. Schätzungen zu Folge bekommen circa ein Drittel der Bevölkerung dauerhaft zu wenig Schlaf. Die Risiken sind nicht zu unterschätzen: Zu den Langzeiteffekten von Schlafmangel zählen chronische Müdigkeit, Übergewicht, frühzeitige Alterung und eine erhöhte Infarktanfälligkeit. Wer ausgeschlafen ist, hat mehr Energie für den Tag zur Verfügung und wird sich dementsprechend eher für sportliche Aktivitäten und interessante Kochrezepte begeistern können als jemand, der eigentlich nur noch ins Bett will.

Was tun, wenn man einfach nicht einschlafen kann?

Wer immer früh ins Bett geht und dennoch stundenlang wach liegt, leidet meistens erheblich unter den Folgen unzureichenden Nachtschlafs. Die Ursachen der Schlafstörungen können vielfältig sein: Neben psychischen Beschwerden, Stress, unruhigen Kleinkindern oder Lärm aus der Nachbarwohnung, leiden Menschen mit diabetischen Folgeerkrankungen oft unter Schmerzen, Kribbeln oder dem Restless-Leg-Syndrom. In diesen Fällen sollte unbedingt die Blutzuckereinstellung verbessert und mit dem behandelnden Arzt über das Schlafproblem gesprochen werden. Von einer eigenmächtigen Medikation ist dringend abzuraten, denn Schlaftabletten verursachen körperliche Abhängigkeit: Wer regelmäßig Schlafmittel nimmt, braucht immer höhere Dosen um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Auch Alkohol und Nikotin wirken unterschwellig anregend und stören das gesamte Schlafmuster. Deshalb sollte ab dem späten Nachmittag nicht mehr geraucht werden. Alkohol sollte man selten und nicht kurz vor dem zu Bett gehen trinken. Für grünen und schwarzen Tee sowie für Kaffee gilt, dass sie ab dem Mittagsessen nicht mehr getrunken werden sollten. Ein wichtiger Faktor ist die so genannte Schlaf-Hygiene. Neben dem Verzicht auf abendlichen Alkohol-, Koffein- und Nikotingenuss ist auch dem Schlafplatz besondere Aufmerksamkeit widmen: Das Schlafzimmer sollte möglichst ruhig, dunkel, kühl und gut gelüftet sein. Eine Raumtemperatur von 16 Grad gilt für Erwachsene zum Schlafen als optimal.

Ein Märchen zum Einschlafen

Viele Kinder legen großen Wert auf bestimmte Schlafrituale: Nach dem Zähneputzen, möchten sie allabendlich eine Geschichte vorgelesen bekommen. Solche Rituale helfen nicht nur Kindern dabei den Tag ausklingen zu lassen und zur Ruhe zu kommen. Unabhängig davon, ob man Märchen oder eher andere Literatur bevorzugt: Die abendliche Lektüre einer Geschichte wirkt langfristig bei Erwachsenen ebenso wie bei Kindern. Fernsehen ist als Schlafritual jedoch ungeeignet, weil die rasche Bilderfolge das Hirn noch lange nachher verarbeiten muss. Auch andere psychisch oder physisch belastende Aktivitäten wie Arbeiten bis spät in die Nacht, im Internet surfen, Telefonieren oder ähnliches wirken nach. Es gilt als optimal, wenn man sich 1-2 Stunden vor dem Schlafen Zeit zum Entspannen nimmt.  

English VersionEnglish Version
English Version
Zoom: 100% 150% 200%
invertieren: abc abc




Zur Navigation springenZum Inhalt springenZur Zweitnavigation springenZur Suche springenzusätzliche Informationen