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Beeinträchtigung des Lustempfindens

Keine Lust auf Sex? - Diabetes kann die Ursache sein

© Moni Sertel/ pixelio   Männer mit einem Typ-2-Diabetes leiden häufig unter Erektionsstörung. Diese Folgeerkrankung nennt man Erektile Dysfunktion. Aber auch Frauen können bei schlechter Blutzuckereinstellung die Lust am Sex verlieren.

Bei Frauen äußern sich sexuelle Probleme häufig einfach darin, dass sie selten oder nie Interesse an Sexualität empfinden. Die Ursachen dieser Problematik sind dabei sehr verschieden. Frauen, die häufig einen zu hohen Blutzucker haben, produzieren beispielsweise deutlich weniger Scheidensekret. Das kann die empfindliche Schleimhaut der Vagina so stark austrocknen, dass vaginaler Geschlechtsverkehr unangenehm bis schmerzhaft wird.

Neuropathische Störungen als Ursache für sexuelle Unlust

Zu den Langzeitfolgen eines Diabetes mellitus gehört auch die diabetische Neuropathie. Obwohl die eigentliche Ursache dieser Nervenstörung nach wie vor unbekannt ist, wird angenommen, dass schlechte Blutzuckerwerte über lange Zeit ursächlich seien. Die Neuropathie zeigt sich daran, dass Reize nicht mehr korrekt an das Gehirn weitergeleitet werden. Das kann zu Jucken, Brennen, Taubheit, Stechen oder Kribbeln in den Armen und Beinen führen. Aber auch die empfindliche Nervenregion des weiblichen Geschlechtsorganes kann davon betroffen sein. In klinischen Studien konnte festgestellt werden, dass die Empfindsamkeit im Genitalbereich bei Diabetikerinnen mit einer Neuropathie deutlich herabgesetzt war. Ein anderes Problem besteht darin, dass in Folge hoher Blutzuckerwerte über lange Zeit, die Durchblutung der Organe schlechter funktioniert. Wenn der Genitalbereich nicht ausreichend durchblutet ist, stellt sich weder bei Männern noch bei Frauen ein ausreichendes Lustempfinden ein.

Unlust aufgrund von Diabetes lässt sich heilen

Wenn eine Frau unter sexuellen Störungen leidet, muss zuerst die Blutzuckereinstellung verbessert werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei Bewegung, denn die senkt nicht nur die Zuckerwerte, sondern fördert auch die Durchblutung. Wenn trotz verbesserter Blutzuckereinstellung weiterhin eine unangenehme Trockenheit der Vagina besteht, können Gleitcremes aus der Apotheke oder aus dem Drogeriemarkt schnell Abhilfe schaffen. Wenn die Ursache verminderte, sexuellen Empfindens eine Neuropathie ist, kann nur der Arzt helfen. In den Anfangsstadien sind die meisten Formen dieser Nervenerkrankung heilbar oder zumindest kann ein Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden.

Beckenbodentraining für den Orgasmus

Um einen sexuellen Höhepunkt zu erleben, muss die Vagina kontraktionsfähig sein. Hierfür sind maßgeblich die innen liegenden Muskeln des Beckenbodens zuständig. Sowohl Männer als auf Frauen besitzen diese Muskulatur und können mit gezielten Übungen Einfluss darauf nehmen. Beckenbodentraining verbessert nicht nur die Orgasmusfähigkeit, sondern beugt auch Harninkontinenz vor. Die Muskeln des Beckenbodens sind versteckt, lassen sich aber mit einem einfach Trick "erspüren": Beim Urinieren sollte man versuchen den Strahl möglichst vollständig zu unterbrechen. Diese Unterbrechung wird durch die Muskeln des Beckenbodens ermöglicht. Um den Beckenboden zu trainieren, gibt es fünf einfache Übungen: Im Stehen, Sitzen oder Liegen werden die Beine gekreuzt und beim Ausatmen drückt man die Fußaußenkanten gegeneinander. Für die zweite Übung setzt man sich auf einen harten Stuhl und macht einen runden Rücken. Beim Ausatmen versucht man die Beckenbodenmuskeln zusammenzuziehen. Wenn man die gleiche Übung mit geraden Rücken durchführt, werden die Muskeln der Vagina und der Harnröhre trainiert. Die vierte Übung erfolgt im Reitersitz auf einer festen Handtuchrolle, bei der wieder abwechselnd die Muskulatur des Beckenbodens zusammengezogen und entspannt wird. Bei der letzten Übung setzt man sich auf den Boden mit angewinkelten Beinen und gegrätschten Unterschenkeln. Dann müssen die Knie mit beiden Händen zusammengedrückt werden. Gleichzeitig versucht man gegen den Widerstand der Hände, die Oberschenkel auseinanderzudrücken.

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