Erstellt am: 06.04.2010
Letzte Änderung am: 20.09.2011
Bluthochdruck und Diabetes treten nicht nur oft zusammen auf – sie haben auch gemeinsam, dass sie häufig lange Zeit unbemerkt bleiben und somit nicht oder nur unzureichend behandelt werden. Bis zu 80 Prozent der Menschen mit Diabetes Typ-2 haben erhöhten Blutdruck und auch bei Diabetes Typ-1 tritt er in bis zu 40 Prozent der Fälle auf. Gesteigerte Risikofaktoren für Diabetiker mit Hypertonie sind insbesondere kardiovaskuläre Krankheiten und mikrovaskuläre Komplikationen.
Zu hoher Blutdruck ist eine ernst zunehmende Erkrankung. Ist der Blutdruck laufend erhöht, schädigt das große und kleine Blutgefäße, die den Körper mit Sauerstoff versorgen. In vielen Fällen merken Betroffene die Hypertonie nicht, da sie sich fit und leistungsstark fühlen. Dadurch erhöhen sich jedoch Folgerisiken, wie die eines Schlaganfalls drastisch. Oft wird der Bluthochdruck erst bemerkt, wenn bereits Folgeschäden aufgetreten sind. Entstehen Diabetes und Bluthochdruck unbemerkt zusammen, können anfangs unbeteiligte Organe stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Die eine Erkrankung begünstigt die Folgen der anderen und umgekehrt.
Bluthochdruck und Diabetes
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Grenze zwischen normalem und erhöhtem Blutdruck bei 140 / 90 mmHg festgelegt. Werte die darüber hinausgehen werden als Hochdruck bezeichnet, der behandelt werden muss. Weiter hat die WHO auch unterhalb von 140 / 90 mmHg einen Bereich definiert, der als „hoch-normaler“ Blutdruck gilt. Bei Diabetikern zum Beispiel können blutdrucksenkende Maßnahmen bereits in diesem Bereich sinnvoll sein. Eine Empfehlung der WHO ist hier ein Blutdruck von unter 120 / 80 mmHg.
Bluthochdruck oder auch arterielle Hypertonie genannt, ist für die meisten Diabetiker ein Normalzustand. Laut Diabetes Ratgeber haben rund 70 Prozent aller Typ-2 Diabetiker erhöhte Werte. Etwa elf Jahre nach Diagnosestellung steigt die Zahl auf 80 Prozent. Bei Diabetes Typ-1 ist dagegen der Zusammenhang von Bluthochdruck und Diabetes etwas geringer. Aber auch hier hat jeder Zweite, rund 20 Jahre nach Diagnosestellung erhöhte Blutwerte.
Bluthochdruck und seine Auswirkungen
Bluthochdruck greift alleine oder auch im Zusammenspiel mit anderen Risikofaktoren wie Diabetes, erhöhten Blutfetten oder Rauchen die Blutgefäße an. Diese sind bei gesunden Menschen elastisch und können sich der jeweiligen Belastungssituation anpassen. Durch den ständigen Hochdruck kommt es jedoch zu einer Dauerbelastung der Arterienwand, die zu Gefäßveränderungen führen kann. Diese gehen mit einer Verdickung, Verkalkung und dem Elastizitätsverlust des Gefäßes einher. Das Gefäß wird immer enger und der Blutdruck immer höher. Bluthochdruck hinterlässt also auf Dauer seine Spuren an verschiedenen Organen: schlechte Augen, Herzinfarkte, kaputte Nieren und Schlaganfälle können die Folge sein. Bleibt er unbehandelt, können schwerwiegende Schäden an den Organen entstehen. Bei Diabetikern erhöht sich das Schlaganfallrisiko sogar um ein zehnfaches.
Bluthochdruck behandeln
Die Basis zur Behandlung von Hypertonie ist wie auch bei der Diabetesbehandlung eine gesunde Lebensführung sowie zusätzlich zur Blutzuckerkontrolle die regelmäßige Überprüfung des Bluthochdrucks. Die Werte der Blutdruckmessung sollten zusammen mit den Blutzuckerwerten in dem Diabetiker-Tagebuch notiert werden, um so die verschiedenen und Einfluss nehmenden Alltagsbedingungen auf einen Blick erfassen zu können. Die Übersicht der Werte bildet für den Arzt die Grundlage, um das individuelle Therapieziel festzulegen und zu entscheiden welche Medikamente verabreicht werden müssen.
Wichtig sind für den Patienten vor allem die regelmäßige Bluthochdruckmessung sowie die Medikamenteneinnahme, auch nachdem das unmittelbare Therapieziel erreicht ist. Laut Diabetes Ratgeber nehmen viele Blutdruck-Patienten ihre Tabletten nicht, weshalb etliche Betroffene ihre Zielwerte nicht erreichen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Oftmals spielen Nebenwirkungen eine Rolle. Treten diese auf, sollte das Medikament nicht eigenmächtig abgesetzt werden, sondern eine Absprache mit dem Arzt getroffen werden.
Richtig Blutdruckmessen
Ebenso wie bei der Blutzuckermessung gilt auch bei der Bluthochdruckkontrolle, dass für vergleichbare Werte immer unter den gleichen Bedingungen gemessen werden sollte. So sollte der Blutdruck zum Beispiel morgens und abends immer zur gleichen Zeit, jeweils vor den Mahlzeiten und vor der Einnahme von blutdrucksenkenden Tabletten gemessen werden.
Um weitere Messungenauigkeiten zu vermeiden, sollten die betroffenen Patienten mit der Messung immer erst 2 bis 3 Minuten warten bis sie zur Ruhe gekommen sind. Die Messung sollte im sitzen, ohne zu sprechen und in einer entspannten Körperhaltung erfolgen.
Autor: Kerstin Kirchner
Quelle:
http://www.diabeteszentrum-heidelberg.de/patienten-info/bluthochdruck-diabetes.htm
http://www.diabetiker-hannover.de/diab_hannover/blutdruck.htm
http://www.diabetesde.org/presse/pressemitteilungen/detail/zurueck/pressemitteilungen-3/artikel/bluthochdruck-bei-menschen-mit-diabetes-vermeiden-welche-therapien-eignen-sich/