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Blutzuckerfehlmessung

Blutzuckermessung – Gründe für Fehlmessungen

© Heidi Lachmann/ pixelio Regelmäßiges Blutzuckermessen ist Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Management beim Typ-2-Diabetes. Wird der Blutzucker regelmäßig gemessen, können Risiken für Folgeerkrankungen oder Komplikationen deutlich reduziert werden. Auch im Bezug auf die Lebenserwartung und -qualität im Allgemeinen sind positive Resultate zu verzeichnen. Wer seinen Blutzuckerwert konsequent selbst überprüft, entwickelt ein besseres Verständnis für seine Stoffwechselerkrankung und kann eigenverantwortlicher damit umgehen.

Um Blutzuckermessungen vergleichen zu können, müssen die Blutentnahmen exakt zur gleichen Zeit durchgeführt und möglichst derselbe Blutstropfen verwendet werden. Denn vor allem bei Diabetikern können die Blutzuckerwerte innerhalb weniger Minuten stark variieren. Dazu können auch verschiedene Ursachen zu Blutzuckerfehlmessungen führen. Falsche Messergebnisse treten beispielsweise auf, wenn zu wenig Blut auf den Teststreifen aufgetragen wird oder bei ungewaschenen, feuchten oder die Finger zu stark gequetscht sind.

Wenn das Blut nicht reicht

Fehlerquelle Nummer eins von ungenauen Messungen ist eine geringe Blutmenge auf den Teststreifen. Trotzdem sollte die Fingerkuppe nicht zu fest gequetscht werden, da in diesem Fall Gewebsflüssigkeit austritt, die den Blutzuckerwert verfälscht. Stattdessen sollten die Hände lieber mit warmen Wasser gewaschen werden, um so die Durchblutung anzuregen. 

Speisereste und Schmutz verfälschen die Werte

Zuckerhaltige Getränke- oder Speisereste, Cremerückstände und Schmutz können zu falschen Messergebnissen führen. Durch gründliches Händewaschen kann man dem vorbeugen.
Um aber Verdünnungseffekte ebenfalls zu vermeiden, müssen die Fingerspitzen entsprechend vor der Blutentnahme komplett trocken sein. Das Reinigen der Finger mit Alkohol oder Desinfektionsmittel ist nicht notwendig und sollte vermieden werden, da Rückstände die Messergebnisse ebenfalls stören können.

Richtige Handhabung und Lagerung der Teststreifen

Eine falsche Codierung der Teststreifen kann Auswirkungen auf die Ergebnisse haben. Viele der verfügbaren Messsysteme müssen vor der ersten Messung mit Teststreifen einer neuen Packung codiert werden. Diese wird unterschiedlich gehandhabt. Entweder erkennt das System den Code der Teststreifen beim Einlegen automatisch oder die Eingabe der Codenummer auf der Teststreifenpackung muss manuell eingegeben werden.

Abgelaufene oder falsch gelagerte Teststreifen können ebenso ein Grund für Fehlmessungen sein. Kratzer auf der Oberfläche, eine Aufbewahrung außerhalb der Originalpackung oder zu hohe Feuchtigkeit sowie extreme Temperaturen können das Ergebnis beeinflussen. Um dem Vorzubeugen sollten, Blutzuckerteststreifen nur in der dafür vorgesehenen Originalverpackung aufbewahrt und zudem trocken und kühl gelagert werden.

Toleranzbereiche der Messgeräte

Teststreifen sowie auch die Messgeräte sind an einen bestimmten Temperaturbereich gebunden, da sonst die chemische Reaktion für die Glukosebestimmung nicht richtig stattfinden kann. So muss beides im Sommer vor Hitze und im Winter vor extremer Kälte geschützt werden. Zudem arbeiten die Blutzuckerkontrollgeräte auch nicht exakt, da ihnen Genauigkeitstoleranzen zugestanden werden. Als Abweichungen sind in Deutschland +/- 16 % gegenüber der Labormethode zugelassen (internationaler Standard: +/- 20 %). Dies entspricht zum Beispiel bei einem Blutzuckerwert von 100 mg/dL einer Spanne von 116 bis 84 mg/dL. Somit suggerieren die Messverfahren genaue Werte, sind aber im Endeffekt nur Schätzungen. Diese können laut Experten bei 95 Prozent der gemessenen Werte bis zu 20 Prozent von den Laborstandards abweichen. Neue Techniken haben somit zum Ziel, die Messgenauigkeit zu verbessern und diese Fehlerrate zu senken.

Blut ist nicht gleich Blut

Manchmal kommt es vor, dass die selbst gemessenen Blutzuckerwerte nicht mit denen der Arztpraxis übereinstimmen. Dies kann daran liegen, dass das aus der Fingerkuppe gewonnene Blut kapillar ist, während der Arzt das Blut aus der Vene entnimmt. Nach Mahlzeiten ist beispielsweise die Blutzuckerkonzentration im venösen Blut geringer als in den Kapillaren. Andersherum können die Werte beim Arzt jedoch auch höher sein als bei der Selbstmessung. Ein Grund kann dafür sein, dass die Geräte der Selbstmessung oft Vollblut (der unveränderte Blutstropfen) verwenden, während sich die Arztlaboratorien eiweißreiches und zellfreies Blutplasma oder Serum zunutze machen.

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