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Essstörung

Essstörungen bei jungen Diabetikerinnen

© Alfred Heiler/ pixelio In einer Langzeitstudie haben Wissenschaftler der Universität Toronto in Kanada herausgefunden, dass Mädchen mit einem Typ-1-Diabetes anfälliger für Essstörungen sind. Eine Essstörung in Kombination mit Diabetes ist dabei besonders gefährlich.

An der kanadischen Studie nahmen 101 Mädchen mit einer Diabeteserkrankung teil, die zu Beginn zwischen 9 und 13 Jahre alt waren. Die Mädchen wurden über einen Zeitraum von fünf Jahren in wissenschaftlichen Interviews zu ihrem Essverhalten befragt. Außerdem wurden sie bei diesen Terminen gewogen und gemessen, um ihren Body Mass Index (BMI) zu ermitteln. Zu Beginn hatte keines der Mädchen Anzeichen einer Esstörung. Im Verlauf der Studie entwickelten jedoch 45 Teilnehmerinnen eine klinisch relevante Essstörung.

Eine lebensgefährliche Kombination

Die Langzeitstudie aus Toronto ergab, dass die 45 Teilnehmerinnen, die innerhalb des Studienverlaufs eine Essstörung entwickelt hatten, bereits in den vorausgegangenen Jahren psychisch auffällig waren. Meist hatten die Studienteilnehmerinnen ein bis zwei Jahre vor dem Beginn der Essstörung bereits unter einer Depression gelitten. In der Pubertät verändern sich Körper und Geist stark. Die normale psychische Belastung dieser Veränderungen erlebten die esssgestörten Probandinnen als Bedrohung. Gewicht und Figur wurden für diese Mädchen zum bestimmenden Faktor ihres Selbstbewusstseins.

Der tödliche Weg zur Traumfigur

Da Insulin auch als „Dickmacher-Hormon“ verschrien ist, spritzen sich einige Typ-1-Diabetikerinnen absichtlich zu wenig Insulin, um schneller abnehmen zu können. Häufiges Erbrechen, exzessiver Sport oder Hungern bei gleicher Insulindosierung kann zu schweren Unterzuckerungen führen. Um den lebensgefährlichen Auswüchsen eines gestörten Essverhaltens bei jungen Frauen und Mädchen entgegenzuwirken, brauchen Jugendliche mit einem Diabetes eine liebevolle Betreuung und müssen schon vor der Pubertät in einem selbstbewussten Körpergefühl bestärkt werden. Eltern sollten die Diäten oder Ernährungsexperimente ihrer Töchter, die nicht medizinisch notwendig sind, dringend hinterfragen und im Zweifelsfall professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Klinisch relevante Essstörungen entstehen oft aus einer ausgearteten Diät heraus.

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