Erstellt am: 29.01.2010
Letzte Änderung am: 29.01.2010
In einer Vergleichsstudie mit über 18.000 Zwillingspärchen haben schwedische Wissenschaftler einen möglichen Zusammenhang zwischen dem niedrigen Geburtsgewicht der Probanden und ihrer späteren Erkrankung an einem Diabetes-Typ-2 untersucht.
Schon vor der Studie ging man von einem Zusammenhang zwischen dem Geburtsgewicht eines Menschen und Typ-2-Diabetes aus. Die Wissenschaftler des Karolinska Institut in Stockholm gehen daraus, dass nicht nur Mangelernährung während der Schwangerschaft, sondern auch die Vererbung dabei eine Rolle spielen kann.
Werden untergewichtige Neugeborene zu diabetischen Erwachsenen?
Die schwedischen Wissenschaftler sammelten Daten von 18.230 ein- und zweieiigen Zwillingspaaren, die zwischen 1926 und 1958 geboren wurden. 3,2 % der untersuchten Personen waren im Laufe ihres Lebens an einem Typ-2-Diabetes erkrankt. Bei Zwillingen mit einem Geburtsgewicht von unter 2.000 Gramm entwickelten 5,3 Prozent einen Diabetes. Von denen, die zum Zeitpunkt ihrer Geburt mehr als 3.500 Gramm gewogen hatten, waren nur 2,4 Prozent später Typ-2-Diabetiker geworden. Ein Zusammenhang zwischen niedrigem Geburtsgewicht und erhöhtem Diabetesrisiko konnte allerdings nur bei den zweieiigen Zwillingen nachgewiesen werden. Bei den neugeborenen, eineiigen Zwillingen hatten die leichteren und schwereren Babys fast das gleiche Risiko eines zukünftigen Diabetes.
Zwillingsstudien und Diabetes
Zwillingsstudien beschäftigen Forscher unter anderem deshalb so sehr, weil Zwillinge von Geburt an meistens den gleichen Umwelteinflüssen ausgesetzt sind. Während sich das Erbgut der zweieiigen Zwillinge von einander unterscheidet, ist es bei eineiigen Zwillingen genetisch identisch. Untersucht man Zwillingspaare, ist es möglich, Rückschlüsse zu ziehen auf die Rolle, die Vererbung und Umwelteinflüsse allgemein spielen. Die schwedischen Wissenschaftler analysierten solche Zwillingspaare, bei denen ein Geschwisterkind einen Diabetes entwickelte, der andere Zwilling jedoch nicht.
Ist Typ-2-Diabetes erblich?
Das Risiko an einem Typ-2 Diabetes allein durch Vererbung zu erkranken, gilt als relativ gering. Ungünstige Gene begünstigen die Entstehung eines Typ-2-Diabetes, der jedoch nicht umsonst auch „erworbener Diabetes“ genannt wird. Nur weil jemand ein hohes Geburtsgewicht oder „gute Gene“ hat, bedeutet dies nicht, dass er ein Leben lang unbesorgt essen, trinken und rauchen kann, ohne sich um die gesundheitlichen Folgen sorgen zu müssen. Umgekehrt ist ein Mensch mit niedrigem Geburtsgewicht keineswegs chancenlos gegen die Entstehung der chronischen Krankheit. Trotz erblicher Faktoren gilt der Lebensstil einer Person letztlich der ausschlaggebende Faktor für die Entstehung oder Prävention eines Typ-2-Diabetes.
Autor: Meike Dackweiler
Quelle:
http://www.diabetes-deutschland.de/5616.htm