Erstellt am: 30.03.2010
Letzte Änderung am: 30.03.2010
Die Diagnose Diabetes erhalten jedes Jahr mehr Menschen. Diese Tatsache sowie die Ursachen werden von der Mehrzahl der deutschen Bundesbürger jedoch bewusst oder unbewusst ignoriert. Risikogruppen, besonders übergewichtige Jugendliche wissen oft nicht genug über die vorhanden Präventionsangebote und -maßnahmen. Fehlendes Interesse sowie eine generelle Reizüberflutung an Informationen durch die Massenmedien sind unter anderem Gründe für das gefährliche Unwissen.
In vielen Fällen könnte einer Erkrankung an Diabetes Typ-2 vorgebeugt werden, da diese Form der Zuckerkrankheit eng im Zusammenhang mit einer ungesunden Lebensweise steht. Mangelnde Bewegung sowie ungesundes Essen haben langfristig verschiedene Auswirkungen auf die Gesundheit. Das hat vor allem zu einer wachsenden Anzahl von Jugendlichen, mit Diabetes Typ-2 Erkrankungen geführt. Dazu nimmt das Risiko mit zunehmendem Alter an einem Diabetes Typ-2 zu erkranken zu. Das Kritische an der Krankheit ist dabei meist nicht der Diabetes selbst, sondern die damit verbundenen Folgeerkrankungen, die beispielsweise an Augen, Nieren, Füßen oder am Herzen auftreten können. Neben persönlichen Beschwerden und eingeschränkter Lebensqualität verursachen diese auch hohe finanzielle Ausgaben im Gesundheitswesen.
Präventionsmaßnahmen werden übergangen
In ihrem neuen Report erklärt die Deutsche Diabetes Stiftung (DDS), dass ein entscheidendes Problem für die Prävention von Diabetes Typ-2 bisher in wesentlichen Punkten ungelöst sei.
Obwohl einfache und verfügbare diagnostische Möglichkeiten zur Prognose einer erdenklichen Diabetes-Gefahr zur Verfügung stehen, wächst die Zivilisationskrankheit. Die DDS stellt fest, dass Diabetes mellitus von Risikopersonen entweder unterschätzt oder – bewusst oder unbewusst – ignoriert würde.
Gründe dafür könnten beispielsweise darin liegen, dass Diabetes häufig untrennbar mit anderen Krankheiten wie Adipositas, Hypertonie und Fettstoffwechselstörungen angesprochen wird. Übergewichtige oder Risikopatienten im Allgemeinen wollen ihre Gefährdung oft nicht wahrhaben und fühlen sich infolgedessen gar nicht angesprochen. Die DDS nennt als weitere Ursache die Komplexität der Thematik, die nicht auf eine einfache Botschaft reduziert werden könne.
Rückläufige Informationsaufnahme durch Massenmedien
Dazu tritt das Problem auf, dass die Massenmedien nur noch bedingt helfen, Informationen an die Zielgruppen zu bringen, da die Anzahl der Nutzer pro Medium rückläufig ist. Die relevanten Zielgruppen sind aufgrund dessen schlechter über die herkömmlichen Kanäle zu erreichen. Die Reizüberflutung der Leser oder Zuhörer führt außerdem dazu, dass Informationen generell immer schlechter aufgenommen werden, da diese in fortwährender Konkurrenz zu stetig neuen News auftreten. Berichte über eine neue Krankheitsform oder Epidemie überlagern schnell die Routinemitteilungen zu Erkrankungen wie Diabetes.
Neue Verbreitungsmöglichkeiten für Maßnahmen zur Prävention müssen her
Bisher sind die Erfolge einer frühzeitigen Entdeckung von Diabetes aufgrund einer schlechten Sensibilisierung von Risikopatienten sehr gering. Umfragen haben ergeben, dass vielen Menschen Präventionsprogramme unbekannt sind. Sie haben folglich die vorliegenden Informationen in den Medien nicht wahrgenommen. Grundlegende Informationen wie
der Erhalt eines normalen Körpergewichts, eine gesunde, fettarme und ausgewogene Ernährung sowie eine regelmäßige körperliche Bewegung von wenigstens 30 Minuten pro Tag zur Vorbeugung vor Diabetes, müssen den Menschen bewusst werden. Aufgrund der Unwissenheit der Bürger, müssen neue Ansprechkanäle gefunden werden.
Die DDS betont, dass neue Medien-Kampagnen eingeleitet werden müssten, um systematischer die Risikogruppen ansprechen zu können. Aufgrund dessen werden in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Ludwig-Maximilians-Universität in München Maßnahmen erarbeitet, wie Botschaften trotz Informationsflut zielgruppengerecht an den Verbraucher gebracht und von diesem auch aufgenommen werden können. Die Ergebnisse sollen im Laufe des Frühjahres 2010 zur Verfügung stehen.