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Bariatrischer Chirurgie

Therapie des Diabetes mellitus Typ-2 mit bariatrischer Chirurgie

©www.JenaFoto24.de/ Pixelio Die bariatrische Chirurgie umfasst verschiedene Operationsverfahren. Neben dem Magenband ist der Magenbypass wohl die bekannteste operative Behandlung. In den letzten Jahren stellte sich heraus, dass dabei als erfolgreicher Begleitumstand für Diabetes Typ-2 Patienten eine vollständige und andauernde Rückbildung der diabetischen Erkrankung erreicht werden kann.

Immer häufiger wird über gute Resultate aus der Magenchirurgie bei der Behandlung von übergewichtigen Typ-2 Diabetikern berichtet. Bis zu 85 % der Diabetiker können nach einem Magenbypass langfristig auf antidiabetische Medikamente verzichten und haben wieder einen normalen Blutzucker. Ursprünglich wurden bariatrische Operationen zur Behandlung der morbiden Adipositas eingesetzt. Da aber das Körpergewicht und Diabetes Typ-2 eng zusammenhängen, wurden bereits in den 1970er Jahren Remissionen des Diabetes Typ-2 nach erfolgreichen Operationen beobachtet.

Daten, Zahlen, Fakten: Die letzten Forschungsjahre

Remissionen als positive Begleiterscheinungen einer Magenbypass-Operation sind generell nichts Neues. Bereits 1995 berichtete Pories in seiner Abhandlung „Who would have thought it? An operation proves to be the most effective therapy for adult-onset diabetes mellitus”, dass eine aktive Verbesserung des diabetischen Stoffwechsels nach einer Magenbypass-Operation besonders ausgeprägt sei. Er berichtet ebenfalls von einer kompletten und über viele Jahre nachhaltige Normalisierung der Glukosewerte, die als Nebenerscheinung der Magenbypass-Operation aufgetreten sei.

Im Jahr 2007 wurde ebenfalls von einer neuen Methode zur Bekämpfung von Diabetes berichtet. Eine Forschergruppe unter der Führung von Nicola Scopinaro an der Azienda Ospedaliera Universitaria “San Martino” hatte in einer Testreihe gezeigt, dass durch einen gezielten chirurgischen Eingriff die Blutzuckerwerte nach kurzer Zeit nachhaltig gesenkt werden konnten und damit auch die Abhängigkeit vom Insulin enden würde. Des Weiteren fanden die Forscher heraus, dass ein Eingriff bei den unter geringer Fettleibigkeit leidenden Probanden weitaus dringender war, als bei den extrem Fettleibigen.

Und auch neuere Daten, die Buchwald et al. 2009 in einer Metaanalyse veröffentlichte, zeigen, dass nach einer Magenbypass-Operation 83,7 % der Patienten eine komplette Remission des Typ-2-Diabetes entwickeln. Eine retrospektiven Kohortenstudie an 9949 Patienten ergab auch, dass die Magenbypass-Operation langfristig die Diabetes-bezogene Sterberate um bis zu 92 % reduzieren kann.

Diabetes wegoperiert

Dass bis zu 85 % der Diabetiker nach einer Magenbypass-Operation und 95 % nach einer biliopankreatischen Diversion (Umleitung der Verdauungssäfte) langfristig auf antidiabetische Medikamente verzichten können und einen normalen Blutzucker haben, ist nicht allein auf die Gewichtsabnahme oder Umstellung der Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen, denn bereits wenige Tage nach der Operation tritt Berichten zu Folge dieser Effekt auf.

Mediziner erklären dieses Ergebnis unter anderem damit, dass eine Vielzahl von Magendarmtrakthormonen stark beeinflusst wird. Diese steuern die Sättigung beziehungsweise den Hunger und damit direkt oder indirekt den Zuckerstoffwechsel. Als weitere Ursache für den positiven Effekt wird der Wegfall des Magens als Reservoir und die fehlende Lebensmittelpassage durch den Zwölffingerdarm und den oberen Dünndarm genannt.

Antidiabetische Effekt scheint gewichtsunabhängig

Neuere Studien zeigen, dass der antidiabetische Effekt des Magenbypasses gewichtsunabhängig zu sein scheint. Eine Studie von Laferrere untersuchte zwei Patientengruppen: nach einer konservativer Gewichtsreduktion und nach einer Magenbypass-Operation. Das Ergebnis zeigte, dass in beiden Gruppen der Gewichtsverlust zum Zeitpunkt der Untersuchung sowie verschiedene diabetische Erscheinungen gleich waren. Auffallend war jedoch, dass die Patienten nach einer Magenbypass-Operation eine signifikant bessere Glukosetoleranz zeigten.

OP ist keine Garantie

Der Diabetes Typ-2 ist keine einheitliche Erkrankung und verläuft bei den Patienten unterschiedlich. Es gibt Diabetiker die unter der sogenannten Insulinresistenz leiden und andere bei denen der Insulinmangel im Vordergrund steht. Durch die beschriebene Operation wird jedoch nur die Insulinresistenz vermindert während der Insulinmangel unbeeinflusst bleibt. Bisher wurden noch keine Kriterien ermittelt, wie man diejenigen Personen auswählen kann, die besonders von einem solchen Eingriff profitieren könnten.

Dazu hat eine Langzeitstudie (die SOS) in Schweden gezeigt, dass der Diabetes Typ-2 in vielen Fällen nach einer vorübergehenden Verbesserung der Blutzuckerwerte nach der Operation nach einigen Jahren wieder entgleist.

Obwohl die bariatrische Chirurgie, insbesondere die Magenbypass-Operation gezeigt hat, dass sie das Potential besitzt, zur Normalisierung des Diabetes Typ-2 beizutragen, scheint eine Diabetesheilung von Dauer also noch weit entfernt.

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