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Studienergebnisse: fettiges Essen

Neue Studieenergebnisse: Macht fettiges Essen süchtig?

© Elke Handke/ pixelio Jeder kennt das Gefühl von Heißhungerattacken: Mal süß, mal herzhaft und fettig. Wird dann einmal die Chipstüte oder Schokoladentafel geöffnet, ist beides schneller verzehrt als man gucken kann. Den Grund dafür haben amerikanische Wissenschaftler erforscht. In einer Studie haben sie nachgewiesen, dass der Drang nach Fast Food, Chips und co. auf den gleichen Hirnprozessen basiert wie die Sucht nach Drogen. Einmal angefangen, will man immer mehr.

Fettiges, kalorienreiches Essen kann ebenso süchtig machen wie Drogen, so lautet zumindest das Ergebnis amerikanischer Wissenschaftler. Die US-Forscher des Scripps Research Institute verglichen in ihrer Studie zwei Gruppen von Ratten. Die erste Gruppe Ratten wurde mit ganz normalem Futter versorgt, während die zweite Gruppe fettige Nahrung - vergleichbar mit Würstchen, Speck oder Sahnetorten - zu Fressen bekam. Die Tiere, die mit der fettreichen Kost gefüttert wurden nahmen extrem zu, da sie doppelt so viele Kalorien wie jene der Kontrollgruppe zu sich nahmen. Zudem verloren sie vollständig die Kontrolle über ihr Fressverhalten. Sie gierten so stark nach dem ungesunden Futter, dass sie dafür sogar Elektroschocks in Kauf nahmen, so die Berichte des Fachjournals Nature Neuroscience.

Die Sucht nach fettigen Speisen

Eine weitere Beobachtung zeigte, dass die Rattengruppe, der das fettreiche Essen entzogen wurde und die stattdessen Salat und Gemüse vorgesetzt bekam, eine Zeit lang die gesunde Nahrung verweigerte und lieber hungerte. Forscher Paul J. Kenny erläutert den Grund wie folgt: „Wenn das Tier die Hirnzentren fürs Wohlbefinden mit dem schmackhaften Essen überreizt, passt sich das System an und schraubt seine Aktivität zurück. Das heißt, dass das Hirn ständig mit weiterer Zufuhr (von Junk Food) stimuliert werden muss, um nicht in einen Dauerzustand negativen Befindens zu verfallen.“ Keine Kontrolle mehr über sich zu haben ist laut Kenny das Hauptmerkmal für Sucht. Die US-Forscher konzentrierten sich in ihrem Versuch auf einen Rezeptor, an den der Botenstoff Dopamin andockt. Der Botenstoff wird vom Hirn ausgeschüttet als eine Reizreaktion auf beispielsweise Sex, Schlemmen oder Drogenkonsum. Die Forscher fanden im Gehirn der Ratten ähnliche Veränderungen wie bei heroinabhängigen Menschen. Kenny sagt: „Die Studie bietet den deutlichsten und zwingendsten Beleg dafür, dass Drogensucht und Fettsucht auf den gleichen neurobiologischen Mechanismen beruhen.“

Wenn das Hirn uns Streiche spielt

Die Forscher J. Kenny und Paul M. Johnson berichteten, dass das Hirn Übergewichtigen, die nicht auf kalorienreiches, ungesundes Essen verzichten können, den gleichen Streich spiele wie Rauchern, Heroin- oder Kokainsüchtigen. Die Studie zeigte, dass die Zahl der D2-Rezeptoren im Belohnungssystem der fettsüchtigen Ratten reduziert war. Ebenso wird dies bei Heroinabhängigen beschrieben.

Aus diesem Effekt resultiert wohl somit, dass auch übergewichtige Menschen weiter zu viel essen, obwohl ihnen bewusst ist, dass dies negative gesundheitliche oder sogar soziale Konsequenzen haben kann. So scheitern viele Übergewichtige regelmäßig, an dem Vorsatz, weniger zu essen.

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