Erstellt am: 23.07.2010
Letzte Änderung am: 23.07.2010
Als eine der wesentlichen Ursachen für die Entwicklung eines nicht-insulinpflichtigen Diabetes mellitus gilt Adipositas sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Das Auftreten dieser Form von Zuckerkrankheit ist eng gekoppelt mit falscher Ernährung sowie Bewegungsmangel.
Eine besondere Risikogruppe stellen Menschen dar, die zum sogenannten stammbetonten Fettverteilungsmuster (Taillenumfang >102cm bei Männer, >88cm bei Frauen) neigen. Je höher der mittlere BMI desto größer das Diabetesrisiko - diesen Zusammenhang belegen mehrere Langzeitstudien. Als bewiesen gilt ferner, dass viele Patienten zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bereits unter Übergewicht leiden. Als erprobte Präventionsmaßnahme bei Diabetes Typ-2 gilt deshalb nach wie vor die Reduktion des Körpergewichts. Bei bereits diagnostizierter Zuckerkrankheit erhöht eine erfolgreiche Diät den Therapieerfolg ebenfalls deutlich: Je größer der Verlust an überschüssigen Pfunden, desto eindrucksvoller verbessert sich der Stoffwechsel.
Was bringt eine Gewichtsabnahme bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern?
Neben dem weitverbreiteten Typ-2-Diabetes führt Übergewicht zu zahlreichen gesundheitlichen Problemen sowie Minderung der Lebensqualität und muss deshalb ernst genommen werden. Medizinische Studien belegen, dass bereits eine geringe Gewichtsreduktion in einer Größenordnung von beispielsweise 5 bis 10 kg viele Beschwerden wie Atemnot und Gelenkschmerzen deutlich mildert. Auch der Blutdruck und Werte der Blutfette profitieren, wenn das Hüftgold weniger wird. Zudem, und das spielt für Diabetiker eine wichtige Rolle, trägt bereits eine geringe Gewichtsabnahme zu einer weitgehenden Normalisierung der Blutzuckerwerte bei. Als positiver Effekt können so häufig Medikamente eingespart werden. Im Rahmen der Diabetestherapie wird deshalb, falls Übergewicht besteht, zu einer auf Ernährungsumstellung und Bewegungssteigerung basierenden Lebensgestaltung geraten. Diese Maßnahmen gelten bei konsequenter Anwendung als wirksam und sind ein fester Bestandteil der Diabetestherapie.
Wie nimmt man mit Diabetes richtig ab?
Bei den Versuchen ihr Gewicht zu reduzieren, sollten sich Diabetiker vom Arzt ihres Vertrauens betreuen lassen. Damit das Abnehmen gesund verläuft, raten Fachleute von so genannten Crashdiäten entschieden ab. Diese führen nicht nur zum ungewollten Jo-Jo Effekt, sondern können sich bei Diabetikern negativ auf die Blutzuckerwerte auswirken. Bei einer starken Kalorienbegrenzung kann es beispielsweise zu einem raschen Abfall der Blutzuckerwerte und damit zu Unterzuckerungszuständen kommen. Deshalb sollte vor Beginn einer bestimmten Diät der betreuende Arzt konsultiert werden, vor allem dann, wenn die Diabetestherapie von Medikamenten begleitet wird.
Je länger der Diabetes besteht, desto wahrscheinlicher wird es, dass zur Gewichtsreduktion zusätzliche Medikamente benötigt werden. Als das günstigste Medikament bei übergewichtigen Diabetikern gilt Metformin (z.B. Glucophage, Diabesin, Diabetase, Mediabet, Mescorit, Siofor). Allerdings vertragen etwa 20 % aller Diabetiker das Arzneimittel nicht.
Welche Ernährung ist bei einem übergewichtigen Typ-2-Diabetiker zu empfehlen?
In Punkto Essgewohnheiten fallen die Empfehlungen für übergewichtige Diabetiker ähnlich aus wie für jeden Übergewichtigen: Es geht um eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Zur dauerhaften Reduktion von Übergewicht wird eine Nahrungsumstellung hin zu fettarmer und ballaststoffreicher, vollwertiger, gesunder Mischkost empfohlen. Der neue Speiseplan erfordert von daher eine Erweiterung um pflanzliche Produkte wie Gemüse und Obst. Besondere Vorsicht gilt zudem bei Lebensmitteln, die zu einer schnellen Blutzuckererhöhung führen. So sollten Diabetiker beispielsweise von Weißmehlprodukten auf Vollkornprodukte umsteigen, da diese den Blutzucker nicht so rasch und hoch ansteigen lassen. Ferner empfiehlt es sich, große Portionsgrößen und Essen zwischendurch zu vermeiden. Drei bis Vier Mahlzeiten am Tag verteilt, reichen in der Regel aus.
Sport ist doch kein Mord
Neben der richtigen Ernährung ist die regelmäßige körperliche Aktivität ein weiterer Schwerpunkt der Therapie des Typ-2-Diabetes bei Übergewicht. Bewegung hat den Vorteil, dass sie neben Gewichtsabnahme auch zu einer Verbesserung der Insulinwirkung und damit zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels führt. Auf diese Weise bessert sich die Insulinresistenz des Körpers, wobei das vorhandene Insulin seine vielfältigen Aufgaben im Stoffwechsel wieder besser erfüllen kann.
Bei Koronarer Herzkrankheit (KHK), diabetischer Nervenerkrankung (Neuropathie), Nierenerkrankung (Nephropathie), fortgeschrittenen Augenhintergrundveränderungen und bei starker Neigung zu Unterzuckerungen ist in Sachen Sport jedoch Vorsicht geboten. Beim Übergewicht muss zudem beachtet werden, dass die ausgewählte Sportart schonend für die ohnehin belasteten Gelenke ist. Hier kommen vor allem Radfahren, Schwimmen oder schnelles Gehen in Frage.
Autor: Beata Mazuryk
Quelle:
Hauner D, Hauner H.: "Erfolgreich abnehmen bei Diabetes", 2. Auflage, Kirchheim-Verlag Mainz 2004
Wechsler, Johannes G.: "Adipositas - Ursachen und Therapie", 2. Auflage, Blackwell- Verlag Berlin, Wien 2003
http://www.diabetes-heute.uni-duesseldorf.de/wasistdiabetes/index.html?TextID=1805