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Fastenzeit

Wissenswertes zur Fastenzeit

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Nun soll auf Fleisch, Zucker, Fett und Suchtmittel wie Tabak oder Alkohol verzichtet werden. Nach christlicher Tradition dauert das Fasten 40 Tage und endet am Karsamstag, dem Tag vor Ostern. Mit "abnehmen" hat dies ursprünglich allerdings wenig zu tun.

Der Begriff "Fasten" ist abgeleitet vom gotischen Wort "fastan", was soviel bedeutet wie beobachten, festhalten oder bewachen. Beim religiösen Fasten hält man am Gebot der Enthaltsamkeit fest. Diese kann vom völligen Nahrungsverzicht bis zum teilweisen Verzicht auf Genussmittel reichen. Völliger Nahrungsverzicht, auch "Nulldiät" genannt, ist jedoch unter gesundheitlichen Aspekten sehr umstritten und darf nicht von Schwangeren, Kindern, alten und kranken Menschen praktiziert werden. Zur Gewichtsreduktion ist die Nulldiät auch nicht geeignet, weil der Körper als Reaktion auf die fehlende Nahrungszufuhr den Stoffwechsel um die Hälfte reduziert und daher kaum noch "Fett verbrennt" bis die Hungerzeit vorbei ist. Beim medizinischen Fasten oder beim Heilfasten wird auf feste Nahrung verzichtet. Suppen, Säfte, Tee und Molke sind bei einigen Programmen erlaubt, bei anderen darf nur Wasser getrunken werden. Beginn und Ende einer Fastenzeit, auch Fastenbrechen genannt, sollten immer mit einer Ruhepause und leichter Kost, wie Reis, Gemüse oder Suppe begangen werden, um den Körper an die Nahrungsreduktion zu gewöhnen.

Fasten versus Diät

Das Fasten, im Sinne von Verzicht auf feste Kost oder energiereiche Lebensmittel, kann nicht dauerhaft praktiziert werden, da sich sonst eine Mangelernährung einstellt. Wer abnehmen und sein Gewicht halten will, sollte sich deshalb um eine gesunde Ernährungsumstellung bemühen. Bei einer ausgewogenen Ernährung besteht ein Großteil der täglichen Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten aus Obst und Gemüse, ergänzt durch Vollkornbrot, Milchprodukte, mageres Fleisch, Fisch und Nüsse. Möglichste selten sollten Süßigkeiten, Fastfood, fettes Fleisch, Alkohol und Tabak konsumiert werden. Effektive und gesunde Diätprogramme werden von den meisten Krankenkassen und von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) angeboten. So genannte Mode-Diäten wie Atkison, Glyx-Diät, FdH, Diätpillen, -pulver oder ähnliches sind äußerst zweifelhaft und verleiten langfristig zu einseitiger Fehlernährung.

Diäten schmecken nicht?

Fastfood und Süßigkeiten enthalten meist künstliche Aromen und Geschmacksverstärker. Erdbeerjoghurt aus dem Supermarkt schmeckt beispielsweise vollkommen anders als Naturjoghurt mit echten Erdbeeren. Diese haben einen stärkeren Eigengeschmack, sind weniger süß und sofern sie nicht püriert sind, muss man sie kauen. Ähnliches gilt für Tiefkühlpizza, Kuchen, Fruchtsaft und viele andere Lebensmittel. Wer von künstlich aromatisierten Nahrungsmitteln auf Vollwertkost umsteigt, ist darum zu Anfang meist irritiert durch den unterschiedlichen Geschmack und die Konsistenz der Lebensmittel. Allerdings gewöhnen sich die Geschmacksknospen auf der Zunge schon nach einigen Tagen an die Vollwertkost und auf die Gesundheit wirkt sie sich von Anfang an positiv aus.

Süßstoff und Diätprodukte

Von Cola light über fettarme Milch bis zuckerfreie Schokolade kann man so ziemlich alle Lebensmittel als vermeintliche Diät-Version kaufen. Leider halten diese Nahrungsmittel nicht, was sie versprechen und oft sind sie viel teurer als herkömmliche Produkte. Schon 1995 ergab eine Studie zum Thema Zuckeraustauschstoffe, dass diese für Diabetiker "...keinen wesentlichen Vorteil, außer einer verminderten Kariesbildung" haben. Wer aber seine Zähne schützen will, kann sie nach dem Essen einfach putzen und kann sich das Geld für diese Lebensmittel sparen. Darüber hinaus verleiten Produkte mit Aufschriften wie "light", "fettarm" oder "zuckerfrei" dazu mehr davon zu essen, im Glauben man würde sich damit etwas Gutes tun. Zuckerfreie Lebensmittel enthalten aber meist einen höheren Fettanteil als Geschmacksträger, fettarme Lebensmittel sind stärker gesüßt, um den Geschmacksverlust auszugleichen. Aufschriften wie "Für Diabetiker geeignet" sind daher seit Juli 2007 gesetzlich verboten, weil sie den Konsumenten dazu verleiten, zuviel zu essen. Auf Süßstoffe und Diätprodukte sollte man also nicht nur in der Fastenzeit verzichten sondern immer.

Wer sich gesund ernähren will, sollte selber kochen 

Gesunde Ernährung fängt mit dem richtigen Einkaufszettel an: Wer sich in einem Supermarkt aufhält, vergisst inmitten des riesigen Warenangebots und der permanenten Werbung oft, was er eigentlich kaufen wollte und greift statt dessen zu Dingen, die er gar nicht braucht. Wenn man sich vorher in Ruhe überlegt, was man kochen will und welche Zutaten nötig sind, ärgert man sich zu Hause seltener über Fehlkäufe und Vergessenes. Für eine ausgewogene Ernährung sollten viele frische Lebensmittel auf dem Einkaufszettel schreiben. Pizza und andere Fertiggerichte sollten dagegen möglichst im Laden beleiben, denn der hohe Fettgehalt solcher Lebensmittel lässt den Blutzucker noch Stunden nach dem Verzehr plötzlich ansteigen und beeinträchtig den Schlaf. Gerade für Diabetiker lohnt also die Mühe selbst zu kochen. Auch Snacks und Zwischenmahlzeiten können vorher geplant werden. Dabei reicht es oft schon, wenn man seine Schokoriegel durch ein paar Äpfel und die kleine Portion Pommes durch ein Vollkornbrötchen mit Käse und Salat ersetzt. Grundsätzlich sollten gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse immer gut erreichbar sein. Die Süßigkeiten kann man dagegen ganz weit hinten in den Schrank legen, nicht nur in der Fastenzeit.

Autor: Meike Dackweiler

Quelle: www.netdoktor.de
www.onmeda.de

Foto: aboutpixel.de

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