Erstellt am: 06.12.2010
Letzte Änderung am: 06.12.2010
Eine Ernährung, die mehrere Portionen Vollkorn- und wenige Weißmehlprodukte pro Tag beinhaltet, kann vor Diabetes schützen und verringert laut einer aktuellen Studie Bauchfett. Liegt eine Diabeteserkrankung bereits vor, sollte das gesunde Korn ohnehin auf dem Tagesplan stehen, da die dort enthaltenden Ballaststoffe den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lassen.
Für eine gesunde und ausgewogene Ernährung sind Vollkornprodukte empfehlenswert. Das volle Korn in Brot, Nudeln, Reis und Co. enthält viele B-Vitamine, Vitamin E sowie Folsäure. Neben den Mineralstoffen Calcium, Eisen, Zink und Magnesium enthält es weiterhin verschiedene Ballaststoffe oder sekundäre Pflanzenstoffe. Diese Kombination ist nicht nur gesund für Magen und Darm, sie sorgt auch für ein langes Sättigungsgefühl, da die Getreidesorten als volles Korn den Blutzucker stabil halten und Heißhungerattacken vorbeugen.
Weniger Bauchfett durch Vollkorn
In verschiedenen Studien wurde schon bewiesen, dass der regelmäßige Verzehr von Vollkornprodukten langfristig das Risiko einer Typ-2-Diabetes senken kann.
Im Rahmen einer aktuellen Studie haben Forscher der Tufts University entdeckt, dass sich bei den Menschen deutlich weniger Bauchfett bildet, die bei Getreideprodukten die Vollkornvariante bevorzugen. Das Forscherteam befragte rund 2.800 Erwachsene nach ihren Ernährungsgewohnheiten und untersuchte dazu ihr Fettgewebe. Heraus kam, dass sich bei denjenigen, die sich von Vollkornprodukten statt von Weißmehlprodukten ernährten, deutlich weniger Bauchfett angesammelt hatte. Konkret bedeutet das, dass bei den Vollkornessern das Bauchfett rund um die inneren Organe geringer war (das sogenannten viszeralen Fettgewebe). Dieses gilt als Mitverursacher von Bluthochdruck, hohen Cholesterinwerten und Insulinresistenz, welche zusammen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Typ-2-Diabetes führen können. Den positiven Effekt von Vollkorn konnten die Forscher bei den Menschen beobachteten, die mindestens drei Portionen Vollkornprodukte pro Tag verzehrten. Kein positiver Effekt zeigte sich jedoch bei denjenigen, die neben den Vollkornportionen weiterhin viele Weißmehlprodukte zu sich nahmen. „Es ist also wichtig, Teile der Ernährung zu ersetzen und nicht bloß zusätzlich Vollkorn zu essen", erklärt Studienautor Nicola McKeown.
Positiven Einfluss auf Diabetes
Im Bezug auf Diabetes hat eine angemessene Ernährung einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung sowie den Verlauf der Erkrankung. In diesem Rahmen sind für Diabetiker Vollkornprodukte vor allem darum interessant, da sie besonders ballaststoffreich sind und einen positiven Einfluss auf die Insulinwirkung sowie auf den Blutzuckerspiegel haben. Vollkornprodukte sorgen für eine gleichmäßige und langsamere Zuckerversorgung. Die enthaltenden Ballaststoffe verzögern den Übertritt der Kohlenhydrate aus dem Darm ins Blut. Zudem sorgen sie für eine gesunde Darmflora und für eine Senkung des Blutdrucks bei Hypertoniepatienten.
Professor Dr. Andreas Pfeiffer Ernährungsmediziner und Diabetologe von der Berliner Universitätsklinik Charité weist darauf hin, dass Diabetiker, die mit Vollkornbrot Blutzuckeranstiege vermeiden möchten, am besten zu Vollkornbrot greifen sollten, bei dem ganze Körner mitgebacken wurden. „Fein gemahlen bremst Vollkorn den Blutzuckeranstieg kaum noch mehr als Weißmehl“, sagt der Experte. Den Vorteil der ganzen Körner erklärt er damit, dass diese „im Darm nur schwer zu knacken“ seien und dass somit die enthaltenen, unverdaulichen Ballaststoffe den Anstieg des Blutzuckers besonders effektiv verhindern.