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Nestle Ernährungsstudie 2011

Nestle Ernährungsstudie 2011: So essen die Deutschen

© Elke Handke/ pixelio Der schnelllebige Berufsalltag und der volle Terminkalender diktieren uns zwangsläufig wann und wie wir essen. Als Folge der modernen Lebensweise greifen viele Verbraucher zu Fertiggerichten, speisen unregelmäßig oder verzichten gar auf eine Mahlzeit. Der Lebensmittelkonzern Nestle analysiert seit zwei Jahren den Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen auf das Essverhalten der Bundesbürger. Das Ergebnis der neusten Untersuchung deutet auf eine sich anbanhende Trendwende hin.

Auch in diesem Jahr lautet das Fazit: "Gegessen wird, wenn Zeit dafür ist“. Demnach bestimme nicht mehr das Hungergefühl, sondern ein freies Zeitfenster das Essverhalten hierzulande. Das liege daran, dass in Deutschland das Berufsleben gemessen an einer 50 Stunden-Woche sehr einnehmend ist und auf Dauer den Alltag entstrukturiert. Zeit ist längst zu einer absoluten Mangelware verkommen. Da bleibt kaum Möglichkeit, regelmäßig und ausgedehnt zu essen. Die empfohlene selbständige Zubereitung der Mahlzeiten ist kaum noch durchsetzbar und stellt bei Vielen lediglich ein Wochenendvergnügen dar.

So is(s)t Deutschland 2011

Grundlage der aktuellen Studie sind über 10.000 Befragungen, die durch das Institut für Demoskopie Allensbach, die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Ipsos Deutschland sowie Icon Kids & Youth durchgeführt wurden. Dem Ergebnis zufolge entwickeln sich die Bundesbürger zu so genannten „Mobile Eatern“. Schneller, flexibler und spontaner: unser Essverhalten passt sich verstärkt der zunehmenden Arbeitsbelastung an. Einen unregelmäßigen Tagesablauf hat mittlerweile jeder Dritte Bundesbürger. Nur jeder Zweite (53 Prozent) nimmt sich bewusst Zeit, um in Ruhe essen zu können. 45 Prozent der Deutschen fehlt die Zeit, um sich so zu ernähren, wie sie gerne möchten. Rund 80 Prozent der Vollzeit-Berufstätigen sind auf das Kantinen-Menü angewiesen. Mit dem Angebot kalorien- und fettarmer Gerichte sind aber lediglich 55 Prozent der Nutzer zufrieden. Junge Menschen tendieren der Studie zufolge zum Auslassen von Hauptmahlzeiten, die sie dann durch Snacks ersetzen. Rund 40 Prozent der Unter-30-Jährigen geben an, zu viel Süßes und zu viel Fastfood zu verzehren.

Das wünschen sich die Bundesbürger

Trotz der berufsbedingt komplizierten Tagesabläufe trägt die Sensibilisierung in puncto Ernährung erste Früchte: So legen die Verbraucher im Vergleich zu 2009  deutlich mehr Wert auf regionale Produkte. Auch achtet man beim Gang zum Lebensmittelladen immer öfter auf Bioqualität der Ware. Die Nestle-Studie konnte zudem ermitteln, dass trotz Krise die Preissensibilität der Verbraucher sinkt – gutes Essen und Trinken werden wichtiger. Insgesamt wünschen sich die Bundesbürger mehr gesunde und vollwertige Mahlzeiten. Trotzdem fällt es den Menschen schwer, die guten Ansätze in das Berufsleben zu integrieren. Der hohe Mobilitätsgrad kulminiert in dem Wunsch der Befragten nach deutlich mehr Zeit und Ruhe. Abwechslung, Frische oder Gemeinsamkeit sind weitere wichtige Elemente, die am Esstisch vermisst werden.
  
Zukunftstrends und Prognosen

Gesellschaftliche Veränderungen haben sichtbare Spuren beim Ernährungsverhalten der Bundesbürger hinterlassen. Die mangelnde Struktur und Frequenz der täglichen Ernährung führt zum wachsenden Ernährungsdefizit, Tendenz steigend. Besorgniserregend ist dabei der Zukunftstrend, welcher in der Studie skizziert wird. Dieser deutet deutlich auf die aufkommende Kultur des „Snacking“ und „Out-of-Home“-Verzehrs hin. Als Konsequenz würde das Problem der bereits jetzt stark verbreiteten Volksleiden, wie Diabetes und Übergewicht,  erheblich zunehmen. Entsprechend appelliert die Studie an das Verantwortungsbewusstsein hinsichtlich der Kindeserziehung: „Der Trend zur spontanen, unstrukturierten Ernährung erfordert zum einen eine wesentlich konsequentere Ernährungserziehung von Kindern und Jugendlichen, zum anderen eine Optimierung des Snacking-Angebots, um zu verhindern, dass die zunehmende Spontanität zu Ernährungsdefiziten führt.

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