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Insulin

Lebensretter seit 80 Jahren - Das Insulin und seine Entdeckung!

Bereits im Jahre 1923 wurden die Forscher McLeod und Banting mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet.

Diabetes mellitus ( honigsüßer Fluss) bereitete schon unseren Vorfahren weit vor Christi Geburt Kopfzerbrechen. Hinweise auf die Krankheit finden sich in den Schriften der Inder wie in ägyptischen Hieroglyphen wieder.
Doch bis die Ursache gefunden wurde und eine erfolgreiche Behandlung stattfinden konnte, sollten noch ein paar Jahrhunderte in das Land gehen. Oskar Minkowski (1858 bis 1931) zeigte 1889 in Straßburg, dass es bei Hunden nach Entfernung der Bauchspeicheldrüse zur Zuckerkrankheit kommt. Zunächst misslangen jedoch alle Versuche, den Diabetes mit Extrakten aus Bauchspeicheldrüsen zu behandeln. 1921 bat der kanadische Chirurg Frederick Grant Banting den Leiter des Physiologischen Institutes in Toronto, Prof. J.J.R.
McLeod um Hilfe. Skeptisch stellte dieser ihm einen Laborraum und ein paar
Hunde zur Verfügung. Der promovierte Physiologe Charles Herbert Best sollte ihn künftig unterstützen. Anders als Berufskollegen vor ihm, band Banting
den Ausführungsgang der Pankreas ab, anstatt die komplette Bauchspeichel-drüse zu entfernen. Durch das Abbinden verdaute sich die Drüse selbst. Übrig blieben die Langerhansschen Inselzellen, die ihr Entdecker, Paul Langerhans, bereits 1869 in seiner Dissertation beschrieb. Von ihnen vermutete man, dass sie den so dringend benötigten Wirkstoff ausschütteten. Er extrahierte das Hormon und verabreichte es einem diabetischen Hund, dessen Blutzuckerspiegel erfolgreich sank.

Erster Versuch am Menschen

Am 2. Dezember 1921 bot sich die Gelegenheit, erstmals ein therapeutisches
Humanexperiment durchzuführen. Der damals 13 jährige Leonhard Thompson war bereits in ein diabetisches Koma gefallen, seine Überlebenschancen waren gering.
Bereits nach kurzer Behandlung sank der Blutzuckerspiegel auf Normalwert. Damit das Insulin in reiner Form wirken konnte, entwickelte der Biochemiker James B. Collip ein Verfahren zur Reinigung des Extrakts von Fremdeiweiß. Der Junge erholte sich vollständig und lebte noch 14 Jahre, bevor er an den Folgen einer Lungenentzündung starb. Die Wirksamkeit des "Wundermittels" war bewiesen.
Der weltweite Siegeszug des von McLeods getauften Hormons "Insulin" begann.
Banting, Best und Collip erwarben ein Patent und vermachten es der Universität
in Toronto. Bereits im Jahre 1923 wurden McLeod und Banting mit dem
Nobelpreis ausgezeichnet. Die Universität von Toronto gründete ein eigen-ständiges Institut zur Weiterentwicklung der Insulin- und Diabetesforschung. Es erhielt den Namen "Banting und Best". Banting wurde zum Professor ernannt und leitete das Institut nach der Abwanderung Professor McLeods in seine Heimat Schottland, bis er 1941 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Best wurde neuer Leiter und machte eine Karriere mit weiteren Entdeckungen. Im hohen Alter litt er selbst an Diabetes und verstarb altersbedingt 1978 in Toronto.

Insulin heute

Neben dem von Banting entdeckten tierischen Insulin, gibt es heute auch Humaninsulin. Es wird von gentechnisch veränderten Kolibakterien oder Hefezellen synthetisiert und ist dem menschlichen Insulin identisch. Diese Form ist allerdings bezüglich der Wirkung, Nebenwirkungen und des Kostenfaktors umstritten. Mit einer kleinen Veränderung des Human-Insulins wurden Anfang der 90er Jahre Insulin-Analoga geschaffen. Ebenfalls gentechnisch erzeugt, kann eine sehr schnelle oder lange Wirkungskurve erreicht werden. Ihre Zulassung und Indikation ist allerdings beschränkt, da durch die schnelle Wirkung eine plötzliche Hypoglykämie eintreten kann. Auf dem deutschen Markt stehen derzeit zwei Insulin-Analoga zur Behandlung des Diabetes mellitus zur Verfügung.

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