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Diätprogramm für Diabetiker

Erfolgreiches Diätprogramm für Diabetiker gesucht

© by-sassi/ pixelio   Wird ein speziell entwickeltes Programm demnächst Diabetikern das Abnehmen erleichtern? Die amerikanische "Look AHEAD"-Studie, zu Deutsch etwa "Schau nach vorn", ermöglichte mit ihrem Programm im Schnitt eine Gewichtabnahme von 30%. Ältere Menschen hatten dabei häufig mehr Erfolg als die jüngeren Teilnehmer.

Das Ziel der Look-AHEAD-Studie besteht darin, Übergewicht bei Teilnehmern mit Typ-2-Diabetes zu reduzieren und die Langzeit-Effekte dieser Gewichtsabnahme zu untersuchen. Das Programm stellt dabei weniger eine Diät dar, als eine gezielte Lebensstiländerung. Im Gegensatz zu einer Diät, also einer kurzfristigen Ernährungsumstellung zwecks Gewichtsreduktion, sollten die Studienteilnehmer dauerhaft mit weniger Fett und mehr Vitaminen leben. Die Langzeitstudie ist auf eine Dauer von 13 ein halb Jahren ausgelegt. Nach den ersten vier Jahren kam sie bereits zu einem überraschenden Ergebnis: Es gelang eher älteren Menschen über 65 Jahren als jüngeren Teilnehmern, ihren Lebensstil erfolgreich umzustellen.

Das Programm der Look-AHEAD-Studie

An der Look-AHEAD-Studie haben über 5.100 Männer und Frauen teilgenommen. Alle Teilnehmer hatten einen Typ-2-Diabetes und leichtes bis extremes Übergewicht. Untersucht wurde, welche Auswirkungen eine Gewichtsreduktion auf die allgemeine Gesundheit der Studienteilnehmer haben würde. Das Ausgangsziel der Studie war, dass anfängliche Körpergewicht der Teilnehmer langfristig um 7 % zu reduzieren. Außerdem sollten die Teilnehmer sich künftig mindestens 175 Minuten, also rund 3 Stunden pro Woche, sportlich betätigen. Im Schnitt waren die Teilnehmer zu Beginn der Studie 59 Jahre alt und hatten ein Ausgangsgewicht von 100 kg. Sie wurden zu Beginn in zwei Gruppen eingeteilt. Die Mitglieder der so genannten Interventionsgruppe erhielten regelmäßig Einzel- oder Gruppenberatungen zu Themen wie Ernährung, Sport und Alltag. Die Kontrollgruppe erhielt pro Jahr nur 3 bis 5 solcher Sitzungen. Ihnen wurden häufiger schriftliche Empfehlungen zu Ernährung und Bewegung zugeschickt. 

Umsetzung der Look-AHEAD-Studie

Im Verlauf der Studie zeigte sich, dass die Teilnehmer, die häufig an den Gruppensitzungen und Kontrollen teilgenommen hatten, erfolgreicher mit dem Abnehmen waren. Eine zusätzliche Motivation stellten so genannte Formula-Diäten dar. Dabei handelt es sich um Fertiggetränke oder Pulver, die mit Wasser vermischt werden müssen. Diese enthalten neben Kohlehydraten, Fett, Proteinen und Spurenelementen maximal 1.200 Kilokalorien pro Tag. Mit diesem Produkt werden zu Beginn einer Diät eine oder alle Mahlzeiten ersetzt. In der Folge verlieren die Nutzer relativ schnell einige Kilo Körpergewicht. Das sorgt gerade am Anfang für die nötige Motivation. Dauerhaft sind Formula-Diäten jedoch nicht geeignet. Nach und nach werden sie durch kalorienarme Kost in vollwertigen Mahlzeiten ersetzt. Die Studienteilnehmer mussten lernen, dass Zwischenmahlzeiten wie Schokoriegel oder andere Snacks zu einem schlecht kontrollierbarem Essverhalten führt. Die strikten Diätpläne am Anfang wurden nach und nach durch flexiblere Essmuster ersetzt. Die regelmäßigen Gruppensitzungen motivierten sich die Studienteilnehmer zusätzlich gegenseitig.

Erfolge der Studie

Bereits nach einem Jahr konnten in der Interventionsgruppe gute Erfolge verzeichnet werden: Die Teilnehmer hatten durchschnittlich 8,6 % ihres Anfangsgewichtes verloren. Ihre körperliche Fitness war um rund 21 % gestiegen. Außerdem konnte der Blutzuckerlangzeitwert im Schnitt um 0,6 % gesenkt werden. Dadurch sanken auch der Blutdruck und die Cholesterinwerte. In der Kontrollgruppe waren die Ergebnisse dagegen weniger gut: Nur 0,7 % Körpergewicht hatten die Teilnehmer im Schnitt verloren. Nach 4 Jahren Studiendauer hatten aus der Interventionsgruppe jedoch viele Teilnehmer ihr gutes Anfangsergebnis nicht halten können: Im Durchschnitt waren es nur noch 5 % des Ausgangsgewichtes bei Studienbeginn, das sie verloren hatten. Die Fitness der Teilnehmer lag nur noch bei 5,4 %. Dementsprechend waren auch der Blutdruck und die Cholesterinwerte wieder so weit angestiegen, dass zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe kein nennenswerter Unterschied mehr bestand. Ob und inwieweit die Studie erfolgreicher wird, muss sich in den nächsten 10 Jahren zeigen. Die Kontrollpunkte für den Erfolg sind die Häufigkeiten von Herzinfarkten, Schlaganfällen und die Sterblichkeitsrate in beiden Gruppen. Nur wenn die Ereignisse in der Interventionsgruppe nach Studienende deutlich niedriger sind, als in der Kontrollgruppe kann man vom Erfolg des Programms sprechen. 

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