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Diabetesauslöser

Diabetesauslöser: Chemikalie Bisphenol A

©Rolf van Melis/ Pixelio Seit langen ist die Chemikalie Bisphenol A (BPA) ein brisantes Thema, da sie für eine ganze Reihe von Gesundheitsproblemen einschließlich Krebs verantwortlich ist. Seit Jahren streiten Wissenschaftler darüber, wie gefährlich BPA wirklich ist. Aktuell folgten auf dem Endokrinologen-Kongress Berichte von Mediziner Gilbert Schönfelder, dass die Substanz möglicherweise Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen könnte.

Bisphenol A ist ein sogenanntes Xenoöstrogen und für Ungeborene sowie Kleinkinder besonders gefährlich. Es wirkt ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen und steht unter anderem im Verdacht, bei Kindern die Entwicklung des Nervensystems und der Geschlechtsorgane zu schädigen. Es gehört zu den am meisten produzierten Chemikalien und wird unter anderem bei der Herstellung von Plastikverpackungen, der Innenauskleidung von Lebensmitteldosen oder auch in der Innenverkleidung von Kraftfahrzeugen eingesetzt.

Studie zeigt: Diabetesrisiko erhöht

Forscher fanden heraus, dass der umstrittene Plastikgrundstoff Bisphenol A möglicherweise auch für Herzerkrankungen und Diabetes verantwortlich ist. Eine englische Studie hat gezeigt, dass Menschen, die hohe BPA-Werte im Urin haben, ein fast dreifach erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen und ein 2,4-fach gesteigertes Diabetesrisiko im Vergleich zu Menschen mit unauffälligen Werten haben. Epidemiologe Prof. David Melzer von der Uni Exeter erläutert: "Diejenigen mit der höchsten Konzentration von Bisphenol A im Urin leiden mehr als doppelt so oft an Diabetes oder Herzerkrankungen, außerdem sind ihre Leberenzyme defekt."

Die Studie haben Forscher mit einer Gruppe von 500 Jugendlichen wiederholt. Toxikologin Prof. Tamara Galoway schildert, dass es die gleichen Zusammenhänge wie bei den Erwachsenen zwischen erhöhten Bisphenol A-Werten und Leberschädigungen bei den Jugendlichen gäbe. Das zeigt zwar, dass den Forschern kein statistischer Fehler unterlaufen ist, aber dennoch kann die die toxische Wirkung nicht bewiesen werden. Die Unbedenklichkeit wird jedoch weiter in Frage gestellt.

Hirnschädigungen durch BPA möglich

Es ist bereits bekannt, dass Bisphenol A bei Ungeborenen und Kleinkindern Hirnschädigungen hervorrufen kann. Mediziner Schönfelder erläutert, dass die Substanz ähnlich wie das Hormon Östrogen wirke und so in das Reproduktionssystem eingreifen könne. Er warnt davor, dass BPA bei Ungeborenen Effekte auslöse, die normalerweise erst nach der Pubertät eintreten. In dem Zusammenhang nannte er das Diethylstilbestrol, das in den USA zu Fehlbildungen und Tumorerkrankungen an den Fortpflanzungsorganen von Mädchen und Jungen geführt habe.

Die genauen Auswirkungen solcher Substanzen, sind laut Angaben aus Forscherkreisen noch nicht ausreichend erforscht. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Menge und der Zeitraum, in denen der Organismus der Substanz ausgesetzt ist, für die Entwicklung unerwünschter Effekte ausschlaggebend ist.

BUND fordert Verbot von Chemikalie Bisphenol A in Verpackungen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat die Bundesregierung und Industrie aufgefordert, die Chemikalie Bisphenol A in Verpackungen von Lebensmitteln zu verbieten. Eine neuere Untersuchung im Auftrag des BUNDs ergab, dass bei Dosen von Sprite, Red Bull, Schöfferhofer, Faxe-Bier, Nescafé und weiteren Abfüllern Bisphenol A in den Lacken der Innenbeschichtungen vorhanden war. Berichten zu Folge sei teilweise die Chemikalie auch in die Getränke übergegangen. Bereits Ende des vergangenen Jahres forderte der BUND das Verbot der Chemikalie in Schnullern sowie im Jahr 2008 das Verbot von Babyflaschen aus dem besagten Material.

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