Erstellt am: 23.03.2010
Letzte Änderung am: 23.03.2010
Die Forschung ist bei der Entwicklung einer künstlichen Bauchspeicheldrüse für Patienten mit Diabetes Typ-1 einen wesentlichen Schritt weitergekommen. Eine Studie mit 17 Patienten hat bewiesen, dass das Kunstorgan nun zuverlässig eingesetzt werden kann, um den Blutzucker bei Kindern mit Typ-1-Diabetes zu regulieren.
Diabetes Typ-1 ist eine chronische Erkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse kein Insulin produziert und dem Körper somit beständig von Außen Insulin zugeführt werden muss. Die künstliche Bauchspeicheldrüse ist dabei ein Behandlungssystem mit geschlossenem Regelkreislauf, das Blutzuckermessung und Insulinpumpe miteinander kombiniert. Wenn sich die Blutzuckerwerte ändern, setzt eine Pumpe die jeweils benötigten Insulindosen frei.
Verbessertes Messsystem
Seit Jahren arbeiten verschiedene Forscher an der Erstellung und Verbesserung eines künstlichen Pankreas. Bisherige Insulinpumpen geben das Hormon Insulin in vorgewählten Dosen ab. Ein neues System der University of Cambridge steuert mittels eines Sensors die Glukosekonzentration im Blut. Die Messwerte entscheiden, ob Insulin bereitgestellt werden muss oder nicht. Informationen zufolge existiert das künstliche Pankreassystem erst als Prototyp. Laut Roman Hovorka vom Institute of Metabolic Science an der University of Cambridge sei eine vollautomatische 24-Stunden-Kontrolle, die Diabetikern die Blutzuckerselbstkontrolle und die mehrfach täglichen Insulininjektionen erspart, jedoch noch nicht absehbar. Sie rechne erstmal mit einer schrittweisen Einführung, die in Insulinpumpen bestehen könnte, die sich bei einem Abfall des Blutzuckers automatisch abstellen.
Aktuelle Studienergebnisse
Die Wissenschaftler vom Institute of Metabolic Science an der University of Cambridge und dem dort ansässigen Addenbrooke's Hospital haben in einer aktuellen Studie Erkenntnisse zu dem neuen System präsentiert.
Insgesamt nahmen 17 Kinder und Teenager mit Diabetes Typ-1 an der Studie teil. Es wurden dabei verschiedene Bedingungen für die Funktion des Geräts getestet. Besondere Aufmerksamkeit galt der Zuckerkontrolle während der Nachtstunden, zum einen nach vorheriger Einnahme eines umfangreichen Abendessens und zum anderen nach vorherigem ausgiebigem Sportprogramm am frühen Abend. Beide Situationen stellen besondere Anforderungen an die Blutzuckereinstellung. Ein reichhaltiges Abendessen steigert den Insulinbedarf und wenn danach der Blutzucker abgebaut ist, kann es infolge einer längeren Insulinnachwirkung zu einer Hypoglykämie (Unterzucker) kommen. Sport dagegen steigert den Glukose-Bedarf des Körpers, was ebenfalls zu einer nächtlichen Unterzuckerung führen kann. Geprüft wurde, ob das System Phasen des Unterzuckers wirksam verhindern kann. Um die richtige zu verabreichende Insulinmenge zu ermitteln wurde ein ausgereifter Algorithmus entwickelt.
Die Ergebnisse lauten vorerst vielversprechend aber noch nicht gänzlich zufriedenstellend: Die Studie hat ergeben, dass das künstliche System die Glukose-Werte im Vergleich zu den normalen Pumpen besser regulieren konnte. Die Blutzuckerwerte lagen über 60 Prozent der Testzeit im Zielbereich während herkömmliche Therapien dies nur zu 40 Prozent erreicht haben.
Autor: Kerstin Kirchner
Quelle:
http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/diabetes/news/diabetes-typ-1-sensor-steuert-insulinpumpe_aid_477489.html
http://www.pressetext.de/news/100205011/diabetes-kuenstliche-bauchspeicheldruese-verbessert-werte/
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/39981/Kuenstliches_Pankreas_reguliert_Blutzucker_besser.htm