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Jetlag

Wer hat an der Uhr gedreht?

Mit der Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit ist die Ära der kalten, kurzen und grauen Wintermonate nun endgültig vorbei. Ein Knopfdruck oder kurzer Dreh am Wecker und fertig!


Dem Wecker scheint das herzlich wenig auszumachen, der menschliche Organismus hingegen kann schon bei kleinsten Zeitverschiebungen ins Schleudern geraten! Selbst kleine Schwankungen, wie bei der Zeitumstellung oder auf kurzen Flügen, können Auswirkungen auf den Schlaf-Wach-Rhythmus und auf die Gesundheit haben. Besonders betroffen sind Menschen mit Herzrhythmus – und/oder Schlafstörungen, mit organischen Erkrankungen, ältere Menschen und Säuglinge. Diabetiker kommen bei guter Einstellung und regelmäßigen Urin- und Blutkontrollen gut über einen solchen kleinen „Jetlag“, zu deutsch das „Syndrom der Zeitverschiebung“ hinweg.

Die Zeit vergeht wie im Fluge!

Mit Beginn der Urlaubszeit ist auf den Flughäfen wieder Hochbetrieb. Weiter, länger und in die entferntesten Ecken der Welt soll die Reise gehen. Binnen kürzester Zeit werden nicht selten Tausende Kilometer zurückgelegt und mehrere Zeitzonen einfach überflogen. Um z.B. von München nach Honolulu zu kommen, muss man in den sauren Apfel beißen und gut 25 Stunden Flug in Kauf nehmen. Ca. 93% der Fluggäste macht auf solch einer Distanz der sogenannte „Jetlag“ zu schaffen. Fluggäste klagen dann oft über Schlafstörungen, Hungergefühl zu ungewöhnlichen Zeiten, häufiges Erwachen, langsamere Reaktionsgeschwindigkeit, Müdigkeit und Schlappheit. Der Jetlag-Effekt wird bei Flügen in westlicher Richtung im allgemeinen als stärker empfunden als bei Flügen nach Osten, weil man in westliche Richtung "gegen die Zeit" fliegt. Bei Flügen nach Norden oder Süden tritt dementsprechend kaum Jetlag auf.

„Jetlag“ den Garaus machen

Für gewöhnlich hilft viel Trinken, der Verzicht auf Alkohol, häufiges Aufstehen oder kleinere gymnastische Übungen, vor der Reise ausgeruht sein, leicht verdauliche kohlenhydratreiche Kost zu sich nehmen und sich nach Ankunft am Zielflughafen auf die dortige Uhrzeit einstellen. D.h. erst zur gewohnten Zeit am Zielort Schlafen gehen. Je nach gesundheitlicher Verfassung und Höhe der Zeitverschiebung benötigt der Urlauber 2 bis 14 Tage um sich vollends an den neuen Tages-Nachtrhythmus zu gewöhnen.
Für Diabetiker stellen Zeitumstellungen ebenfalls kein unüberwindliches Problem dar. Hier gilt: Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete und erspart unnötig Stress und Zeit!

Checkliste vor der Reise

  • Eine vollständige Insulin-Garnitur sowohl im Koffer als auch im Handgepäck verstauen
  • BZ-Meßgerät und genügend Teststreifen mitnehmen
  • Internationalen Diabetikerausweis möglichst mehrsprachig (Englisch, Französisch) besorgen
  • Traubenzucker und kleine Zwischenmahlzeiten (z.B. Müsliriegel) eingeschweißt mitnehmen, (offene Lebensmittelverpackungen werden an einigen Zollkontrollen aussortiert)
  • Injektionsbesteck und Lanzetten in ausreichender Menge mitnehmen
  • Auf Reisen in heiße Länder Insulinkühlbox besorgen

Während eines Langstreckenflügen muss die Insulindosierung neu angepasst werden. Bei einem Flug von Osten nach Westen werden die Tage länger, der Insulinbedarf steigt. Von Westen nach Osten verkürzen sich die Tage, der Insulinbedarf sinkt. Eine genaue Dosierungsformel gibt es nicht und muss daher mit dem Arzt vorher abgesprochen werden. Wichtig ist eine häufige Kontrolle der Blutzuckerwerte (alle drei Stunden mindestens), daher ein zweites komplettes Set im Handgepäck verstauen. Häufiges Aufstehen, Bewegung, sowie viel Trinken sind auch bei Diabetikern unablässig. In Sachen Verpflegung gibt es ebenfalls keinen Grund zur Sorge. Bei den meisten Fluggesellschaften ist es heute kein Problem mehr, durch vorheriges Anmelden bei der Buchung des Fluges, Diabetiker geeignetes Essen zu erhalten.
Sind alle Vorbereitungen getroffen, kann nur noch schlechtes Wetter den Urlaub vermiesen.

Gute Reise!


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