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Betreuter Urlaub für Diabetiker

Gruppenreise mal anders - Betreuter Urlaub für Diabetiker

Betreute Reisen für Diabetiker Spätestens nachdem der Sommer zumindest ansatzweise auch Deutschland erreicht hat, rückt die Urlaubsstimmung immer näher. Wer nicht schon längst im Reisebüro war, macht sich spätestens jetzt Gedanken, wohin es in diesem Jahr gehen soll.

Besonders, wenn die Fahrt in ein anderes Land gehen soll, ist es manchen lieber, wenn sie sicher sein können, dass es eine gute medizinische Betreuung vor Ort gibt. Zudem fühlt man sich wohler in einer Gruppe, die um eventuell auftretende Probleme weiß und dadurch eher ein "Nein" akzeptiert, wenn es um ein weiteres Gläschen Wein geht.
Obwohl die Zahl der Diabetiker immer schneller wächst, ist das Reiseangebot speziell für sie eher eingeschränkt. Natürlich organisieren die meisten Selbsthilfegruppen kleinere, aber auch größere Ausflüge. Ein Urlaub, der mehrere Tage dauert und womöglich auch in ein fremdes Land führt, ist jedoch nicht das gleiche.

Vorreiterin Rita Fischer

Einige der DDB-Landesverbände veranstalten auch längere Fahrten. Eine Vorreiterin ist hier Rita Fischer. Seit bereits 15 Jahren kümmert sie sich ehrenamtlich im Auftrag des DDB Baden-Württemberg darum, dass die Mitglieder zusammen in einen betreuten Urlaub fahren können.
Anlass war für sie die Tatsache, dass sie als Betroffene erkennen musste, wie klein die Auswahl im Bereich der Diabetikerreisen war und immer noch ist. Viele führten in Länder, die nicht interessant und zudem meist ziemlich teuer waren.
Deshalb nahm Frau Fischer die Organisation selbst in die Hand. Ziele, bei denen jedoch aufgrund des Klimas, der Speisen oder des mangelnden hygienischen Standards gesundheitliche Probleme bei Diabetikern vorprogrammiert sind, lässt sie außen vor. Der Urlaub führt trotzdem in interessante und durchaus auch weiter entferntere Länder.
Auf den ersten Blick wirken die Fahrten gar nicht so diabetesspezifisch: Ob Venedig, Lanzarote oder Namibia - die Beschreibung scheint die gleiche wie bei einer "normalen" Reise zu sein. Die Hotels sind hochwertig, mindestens vier Sterne, ohne jedoch Luxus-Preise zu rechtfertigen. Das Hauptaugenmerk liegt auch weniger auf dem Essen, denn bei den einheimischen Gerichten oder den individuellen Vorlieben der Mitreisenden können schwer strikte BE-Regeln eingeführt werden. Vielmehr ist der Tagesablauf diabetesgerecht gestaltet. Es gibt z.B. genügend Möglichkeiten, auch zwischendurch etwas zu sich zu nehmen und zudem feste Essenszeiten, nach denen die Einnahme der Medikamente geplant werden kann. Handelt es sich bei der gebuchten Fahrt um einen Aktivurlaub, wird jeweils extra Zeit für das Messen des Blutzuckers berücksichtigt.
Die Vielfalt des Angebots - es gibt Studien-, Erholungs-, Bewegungsreisen von bis zu drei Wochen sowie einfache Tagesfahrten - zeigt sich auch bei den Teilnehmern wieder. Alle Altersstufen von Typ-1- und Typ-2-Diabetikern buchen diese Touren. Doch auch gesunde Menschen fahren gerne mit. Oft sind es die Familien der Diabetiker, manchmal aber auch ältere Menschen, die nicht gerne alleine verreisen und sich in der Gruppe wohler fühlen. Im Prinzip können auch Leute, die nicht aus Baden-Württemberg kommen, diesen Urlaub buchen, was jedoch logistisch etwas schwieriger ist, da es jeweils Vor- und ein Nachtreffen gibt, in denen Fragen geklärt, die anderen Teilnehmer kennen gelernt und Erfahrungen ausgetauscht werden können.

Direkt aus dem Reisebüro

Klaus Lamm ist Diabetiker und auch er kümmert sich darum, dass Zuckerkranke betreut verreisen können. Seit vier Jahren bietet er in seinem Reisebüro einmal jährlich im Oktober eine achttägige Fahrt nach Kärnten an. Bis zu 50 Personen können mit dem Bus mitfahren. Neben dem interessanten Programm mit zahlreichen Ausflügen, das auch individuellen Gestaltungsraum lässt, ist die medizinische Betreuung im Preis inbegriffen. Statt der diabetischen Vollpension (sechs bis sieben Mahlzeiten pro Tag) kann auch normale Kost, zum Beispiel für Begleitpersonen, gebucht werden.
Lamm sieht jedoch weniger das Essen oder eine Schulung der Mitreisenden als das wichtigste Element an. Vielmehr stehen die Gespräche miteinander im Vordergrund sowie das gute Gefühl, nicht aufzufallen, wenn man mal zwischendurch seinen Blutzucker messen muss.

Ansprechpartner

Die DDB-Landesverbände und Selbsthilfegruppen organisieren in der Regel eher kleinere Fahrten und Ausflüge. Manchmal gibt es auch Schulungs- oder Wanderfreizeiten. Doch größere Unternehmungen finden eher selten statt. Lediglich die Verbände von Bremen und Hessen haben (in Kooperation) vor kurzem oder in nächster Zeit Reisen ins Ausland geplant.
Es gestaltet sich durchaus schwierig, einen Diabetiker-Urlaub zu buchen. Sollte das Reisebüro keine attraktiven Angebote haben, empfiehlt es sich jedoch, beim Diabetiker Bund oder anderen Organisationen nachzufragen. Mit ein bisschen Suchen kann man eine günstige und vor allem interessante Gruppenreise finden.


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Autor: Ramona Völkl

Quelle: www.ddb-bw.de
www.reiseagentur-lamm.de
www.diabetikerbund.de
Gespräch mit Rita Fischer
Gespräch mit Klaus Lamm

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