Erstellt am: 13.05.2005
Letzte Änderung am: 13.05.2005
Jedes Jahr fahren viele Deutsche in den Sommerurlaub. Seit einiger Zeit erfreuen sich besonders weit entfernte, exotische Länder großer Beliebtheit. Zwar bringt Diabetes so manche Einschränkung mit sich, doch ein Grund, zu Hause zu bleiben, ist er nicht. Selbst ein Abenteuertrip ist möglich, wenn bestimmte vorbereitende Maßnahmen ergriffen und einige Regeln befolgt werden.
Impfschutz
Zunächst sollte, wie auch bei gesunden Menschen, je nach Reiseziel überprüft werden, welche Impfungen vorhanden sind und welche benötigt werden. Für einen möglichst sicheren Schutz sollten diese ein paar Wochen vorher erfolgen, damit sie während des gesamten Urlaubs auch wirken. Zudem gibt es ein paar Impfungen, wie z.B. Hepatitis, die dafür mehrere Injektionen benötigen.
Wichtige Unterlagen
Ebenso sollten einige Bescheinigungen im Vorfeld besorgt werden. Zum einen gehört dazu neben dem deutschen auch ein internationaler Diabetiker-Ausweis. Am besten nimmt man einen in der Landessprache des Urlaubsziels, zumindest jedoch einen englischen mit. Besonders hilfreich ist es, auch die Medikamente sowie deren Dosierung dort zu notieren. Trägt man diesen Ausweis während der Reise ständig bei sich, wissen in einem Notfall auch die Helfer schnell Bescheid, was zu beachten ist.
Insulinpflichtige Diabetiker brauchen vom behandelnden Arzt eine Bescheinigung, dass sie auf Insulin angewiesen sind und eine Spritze mit sich führen müssen. Vor allem bei Flugreisen ist dies unerlässlich, da spitze Gegenstände nicht mit an Bord genommen werden dürfen. Auch hier empfiehlt es sich, diese Bestätigung zumindest in englisch ausstellen zu lassen, um Missverständnissen oder Verständigungsproblemen vorzubeugen. Und ohne greifbaren Pen und Blutzuckermessgerät sollte kein insulinpflichtiger Diabetiker länger unterwegs sein.
Für den Notfall gerüstet
Generell sollten neben der Reiseapotheke immer zwei komplette Diabetes-Ausrüstungen im Urlaub dabei sein. Geht z.B. ein Pen kaputt, ist es im Ausland oft schwierig, einen gleichwertigen Ersatz zu bekommen. Ebenso sind reichlich Insulin sowie Teststreifen wichtig. Durch klimatische Veränderungen, körperliche Anstrengung, fremdes Essen und gesundheitliche Probleme z.B. durch ein ungewohntes Klima können unerwartete Blutzuckerschwankungen auftreten.
Verteilen Sie Ihre Ausrüstung auf Ihr Gepäck. Besonders, wenn man mit dem Flugzeug verreist, können die Koffer schon mal woanders ankommen. Unter Umständen kann es einige Stunden, wenn nicht sogar Tage dauern, bis man seine Sachen wieder in Empfang nehmen kann. Deshalb sollten sie immer einen kompletten Satz im Handgepäck mit sich führen. Wenn Sie mehrere Zeitzonen durchfliegen, sind Sie meist auch darauf angewiesen, zwischendurch zu messen.
Bei Reisen in warme Länder empfiehlt es sich, eine entsprechende Kühltasche für das Insulin mitzunehmen. Bei Unternehmungen in kältere Gebiete sollte das Insulin möglichst am Körper getragen werden. So ist es stets in der richtigen Temperatur und kann bei Bedarf ohne unnötige Aufwärmzeit sofort verwendet werden. So steht auch längeren Touren nichts mehr im Weg.
Häufiges Messen
Besonders im Urlaub ist eine häufige Kontrolle des Blutzuckers unerlässlich. Zahlreiche Faktoren, wie ungewohnte Speisen, Zeitverschiebung oder körperliche Betätigung machen die Werte oft unberechenbar. Misst man öfter, braucht man sich keine Gedanken über Zeitumrechnung und die richtige Zahl der BE zu machen, sondern kann schnell auf Schwankungen reagieren.
Zusätzlich zu diesen Regeln empfiehlt es sich, den behandelnden Arzt vor Antritt der Reise zu befragen. Dieser kann auch noch den einen oder anderen Tipp geben. Dann steht einem schönen Urlaub nichts mehr im Weg!
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Autor: Ramona Völkl
Quelle: Redaktion