Erstellt am: 20.06.2005
Letzte Änderung am: 20.06.2005
Man sollte dem eigenen Kind nicht unvergessliche Urlaubsmomente aus
Angst vor etwaigen Stoffwechselentgleisungen verwehren, sondern einfach
sorgfältig planen und vorbereiten. Gut vorbereitet dürfte auch für jede
"diabetische Familie" Urlaubsspaß vorprogrammiert sein.
Gut eingestellte Kinder haben im Urlaub selten Probleme
Grundsätzlich
gilt, dass gut eingestellte und geschulte Kinder sowie mit der
Krankheit erfahrene Eltern kein Reiseziel zu scheuen brauchen.
Schließlich stellt der Umgang mit Insulin in diesen Familien meist kein
Problem mehr da. Eltern sollten sich im Vorfeld jedoch Gedanken darüber
machen, dass der Energieverbrauch gerade in südlichen Ländern mit hohen
Temperaturen größer ist und Kinder gerade im Urlaub körperlich aktiver
sind. In diesem Sinne sollten durch die Eltern oder vom Kind selbst am
Ferienort häufigere Blutzuckerkontrollen durchgeführt und die Dosis des
Insulins entsprechend angepasst werden.
Auf spezielle Angebote für
Diabetiker müssen sich die Familien keineswegs beschränken, denn kennt
man sich aus, ist es möglich, die Mahlzeiten auch in normalen Hotels
diabetesgerecht zusammenzustellen.
Für Vorräte sorgen
Um
im Urlaub unnötigen Ärgernissen aus dem Weg zu gehen, sollten Eltern
beim Insulinvorrat nicht zu sparsam planen. Es wird geraten, alle
Diabetesutensilien in dreifacher Menge auf die Reise mitzunehmen um
allen Eventualitäten vorzubeugen. Wird zum Beispiel eine Ampulle zu
warm oder zu kalt haben sie genügend Ersatz dabei. Verteilen sie die
Vorräte, wenn es möglich ist, auf unterschiedliche Gepäckstücke, so
kann ihnen auch bei Gepäckverlust nichts passieren.
Sich auf das Urlaubsziel einstellen
Gerade
bei Reisezielen im Ausland und in exotischen Gebieten ist es von großem
Vorteil, wenn sich die Eltern im Sinne ihres Kindes auf das Urlaubsland
einstellen. So sollte für den Notfall wichtiges Vokabular in der
Landessprache oder zumindest auf Englisch sowohl ihnen als auch ihrem
Kind bekannt sein. Gerade im Hinblick auf die Ernährung empfiehlt es
sich ebenfalls, sich mit landesüblichen Gerichten und deren
Zusammensetzung zu beschäftigen, damit ihr Kind nicht auf den Genuss
regionaler Speisen verzichten muss. Bei Reisen in exotischere Gebiete
sollten sich Eltern über mögliche Erkrankungen und gegebenenfalls
notwendige Schutzimpfungen informieren, dies gilt ebenso für
nicht-diabetische Kinder.
An- und Abreise entspannt angehen
Stress
kann erheblichen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel der Kinder haben.
Deswegen sollte vermieden werden, dass dieser schon bei der Anreise
entsteht. Bei Anreise per PKW ist es empfehlenswert, viele
Zwischenstopps und bei längerer Anreise auch eine Übernachtung
einzuplanen. So bleibt immer genügend Zeit für Blutzuckerkontrollen und
die Kinder haben die Möglichkeit durch Bewegung den Reisestress
abzubauen. Bei Flugreisen in andere Zeitzonen muss bei der
Insulinverabreichung unbedingt die Zeitverschiebung einberechnet werden.
Für Notfälle gerüstet
Ein
Urlaub unterscheidet sich also für diabetische Kinder und deren Eltern
fast nicht vom Alltag zu Hause, natürlich abgesehen von den schönen und
aufregenden Urlaubserlebnissen. Dies gilt jedoch auch für den Notfall.
Hypoglykämien machen auch im Urlaub keine Pause, deshalb sollten Eltern
und Geschwister bei An- und Abreise sowie bei jeder Urlaubsaktivität
Glukagon und Kohlenhydrate dabei haben.
Entsprechend vorbereitet steht dem Erlebnis Familienurlaub dann nichts mehr im Wege.
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Autor: Carolin Bunge
Quelle:
Hürter, P./Lange, K.: Kinder und Jugendliche mit Diabetes. Medizinischer und psychologischer Ratgeber für Eltern, Berlin (2001)
Hecker, W. Dr. med./Bartus, B.: Diabetes bei Kindern. Der große Trias-Ratgeber, Stuttgart (2002)
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