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Oktoberfest 2011

Mit Diabetes auf die Wiesn

by pixelio/ LiliGraphie Freche Dirndl, klassische Lederhosen, maßweise Bier und dazu sehen und gesehen werden: Das Münchener Oktoberfest 2011 steht wieder vor der Tür. Auch dieses Jahr werden auf die Wiesn vom 17. September bis 3. Oktober Millionen Besucher erwartet, die nach Herzenslust feiern, essen und trinken möchten. Auch Diabetikern steht einem Besuch natürlich nichts im Wege, solange einige Verhaltensregeln berücksichtigt werden. Unsere Tipps geleiten Besucher gesund durch das Oktoberfest.

Schon lange sind weder Alkoholgenuss noch bestimmte Lebensmittel für Diabetiker ein Tabu. Entgegen der Annahme von vor ca. 20 Jahren wird Diabetikern heute in Maßen alles erlaubt. Hierbei liegt die Betonung jedoch auf „in Maßen“. Das sollten sich insbesondere die diabetischen Besucher des Oktoberfests zu Herzen nehmen, denn hier geht es in der Regel mit einer Fülle an Leckerein wie Haxe, Weißwurst, Bretzeln, Lebkuchenherzen sowie Bier und Wein ganz und gar nicht maßvoll zu. Ein kulinarisches und gleichzeitig deftiges Highlight stellen auch dieses Jahr wieder traditionelle Gerichte wie Böfflamott, Zwetschgenbavesen und Rumfordsuppe auf den Historischen Wiesn dar. Die Historische Wiesn wurde im vergangenen Jahr zum Anlass an das 200. Oktoberfest ins Leben gerufen und bleibt auch 2011 unter dem neuen Namen "Oide Wiesn" erhalten.

Wenn der Mindestverzehr zur Genussfalle werden kann

Der Eintritt auf die Festwiese und zu den Bierzelten sowie die Tischreservierungen sind zwar kostenlos, haben aber dennoch einen Haken: Die Besucher müssen vorab eine bestimmte Anzahl an Marken für Getränke und Essen kaufen. Das ebnet natürlich den Weg zum maßlosen Schlemmen. Laut der Münchner TZ-Online müssen sich Besucher, die sich für abends einen Tisch reservieren lassen wollen, pro Person einen Gutschein über 65 Euro kaufen. Die Haxnbraterei und die Kalbskuchl machen beispielsweise abends einen Mindestverzehr von 60 Euro pro Person zur Bedingung. Laut TZ-Online entspricht diese Summe einem Konsum von sieben Maß Bier oder einem Essen und fünf Maß Bier innerhalb von vier Stunden. Unabhängig, ob Diabetiker oder nicht: Bei diesen Mengen sollte jeder Besucher seiner Gesundheit zu Liebe überdenken, ob er sich an einen solch hohen Mindestverzehr binden möchte. Denn einmal gekauft, wird niemand gerne seine Marken verfallen lassen und den Wert somit den Wirten schenken.
Haben sich Diabetiker trotzdem für eine Reservierung entschieden, sollten sie nicht vergessen, dass ein Haxen-Gericht plus fünf Maß Bier selbstverständlich nicht in den Bereich maßvolles Genießen fällt. Somit sollten sie ihre Marken zum Teil lieber auch in überteuertes Wasser investieren oder vielleicht dem neuen Flirt ein Maß spendieren. Denn: Geteilte Marken sind hier auch gleichzeitig geteilte Kalorien.

Alkoholgenuss: Ein Bestandteil unserer Gesellschaft

Ob auf dem Oktoberfest oder im heimatlichen Wohnzimmer: Spirituosen als Genussmittel sind ein fester Bestandteil unserer Ess- und Trinkkultur und gehören für eine Vielzahl größtenteils zur täglichen Mahlzeit oder zum Wochenende mit dazu. Der Schrecken des Alkoholkonsums wurde bereits durch positive Studien zugunsten von Spirituosen genommen. So heißt es sogar in einigen Studien, dass mäßiger Alkoholkonsum bei Diabetikern als auch Nichtdiabetikern das Risiko von Herzgefäßerkrankungen  senken würde. Nichts desto Trotz ist Alkohol ein Zellgift, welches verschiedene Organe des Körpers angreift. Dies sollten vor allem Diabetiker im Hinterkopf behalten, die bereits durch ihre Zuckerkrankheit vorgeschädigte Organe haben und diese nicht weiter strapazieren möchten.
Darüber hinaus besteht bei Diabetikern nach dem Alkoholgenuss generell die Gefahr  eine Unterzuckerung zu bekommen, da ihre Leber zu diesem Zeitpunkt mit der Alkohol-Entgiftung beschäftigt ist. Die Leber ist jedoch für die Speicherung und Freigabe von Zucker mitverantwortlich, der wiederum das Gehirn und die Muskulatur mit Energie versorgt. Alkohol in großen Mengen hemmt diesen Stoffwechselprozess allerdings, was sinkende Blutzuckerwerte zur Folge hat. Um Unterzuckerungen zu vermeiden sollten Diabetiker bei Alkoholkonsum somit vorerst kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel für einen erhöhten Blutzucker verzehren und Traubenzucker für den Notfall griffbereit in der Tasche haben. Richtlinien empfehlen, dass Diabetikerinnen generell nicht mehr als zehn Gramm Alkohol, sprich nicht mehr als ein Achtel Liter Wein täglich zu sich zu nehmen. Für Diabetiker liegt die Obergrenze dagegen bei 20 Gramm Alkohol, ca. einem halben Liter Bier.

Schunkeln und Tanzen begünstigen Unterzucker

Zum richtigen Oktoberfestfeeling gehört zusätzlich zur Maß und Weißwurst, auch das Singen, Tanzen und Schunkeln. Lange Nächte mit wilden Tanzorgien auf dem Oktoberfest  können jedoch ebenfalls für Diabetiker eine Gefahr darstellen, wenn der Blutzucker nicht regelmäßig überprüft wird. Durchzechte Nächte bis zum nächsten Morgen und vermehrte Bewegung nehmen erheblichen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und können eine Unterzuckerung auslösen. Deshalb ist es für Diabetiker auch ohne Alkoholkonsum wichtig, regelmäßig ihren Blutzucker zu messen und für den Notfall Traubenzucker, Insulin oder Tabletten in der Nähe zu haben.

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