Erstellt am: 16.02.2003
Letzte Änderung am: 16.02.2003
Noch ein Blick auf den Warenkorb, ob alle Produkte richtig sind, ein Klick mit der linken Maustaste und zurücklehnen. Die benötigten Lanzetten, Teststreifen und Penkanülen werden innerhalb von 24 Stunden nach Hause geliefert. Der lästige und zeitaufwändige Gang zur Apotheke entfällt. Zudem sind die Ersparnisse durch den Versand nicht unerheblich. Egal welcher Anbieter, bei jedem fallen nicht nur die teuren Rezeptgebühren weg. Unter bestimmten Bedingungen spart sich der Kunde auch das Porto.
Der Versandhandel von Diabetikerhilfsmitteln hat sich in den letzten Jahren immer mehr etabliert. Vor allem seitdem es durch das Internet unzählige neue Möglichkeiten der Bestellung gibt. Einige bieten online eine Übersicht mit ihren Produkten an (verursacht unter Umständen längere Ladezeiten), andere wiederum schicken nach Eingabe der Adresse einen Katalog zu - was auch ein paar Tage dauert.
Die Anbieter kommen aus den verschiedensten Sparten. Neben dem rein auf Diabetes-Artikel spezialisierten Versand bieten auch Homecare-Dienstleister und medizinische Fachhändler Produkte für Zuckerkranke an.
Wer die Wahl hat, hat die Qual - dieses Sprichwort trifft beim Versand von Diabetikerbedarf in den allermeisten Fällen zu. Neben Blutzuckermessgeräten, dem passenden Zubehör, Pens, Penkanülen und Insulinpumpen stehen auch Hygieneartikel, Verbandstoffe, Software für die Messgeräte und Socken für Diabetiker auf den meisten Listen, um nur einige Produkte zu nennen. Da die Anbieter Wert darauf legen, herstellerneutral zu sein, werden in fast jeder Produktkategorie verschiedene Marken angeboten.
Neben der klassischen Bestellung per Post oder Telefon besteht auch die Möglichkeit, die Waren via E-Mail oder Fax zu ordern.
Wer sich noch nicht so gut mit den Produkten zur Behandlung von Diabetes auskennt, etwas Neues ausprobieren will oder einfach nur ein paar Fragen hat, kann sich bei den speziell für den Kundenservice eingerichteten Hotlines schlau machen. In vielen Fällen sind dies sogar gebührenfreie Nummern. Für den Fall, dass man keine Lust hat, in der Warteschleife zu hängen oder dass die Fragen außerhalb der Geschäftszeiten entstehen, stellen einige Händler einen Anrufbeantworter bereit, auf dem man seine Nachricht hinterlassen kann und zu einem gewünschten Termin zurückgerufen wird. Ansonsten gibt es immer noch die Möglichkeit, seine Ungewissheiten per E-Mail beseitigen zu lassen.
Ist die Bestellung eingegangen wird prompt das Paket gepackt. Erfolgt der Auftrag vor 14 bzw. 15 Uhr, garantieren einige Anbieter einen 24-Stunden-Lieferservice während der Werktage.
Auch die Kosten sind für den Kunden überschaubar. Wer ein Rezept nachreichen kann, muss keine Portokosten zahlen. Die Abrechnung mit der gesetzlichen Krankenkasse übernimmt der Anbieter. Da er eine Einsparung von bis zu neun Prozent garantieren kann, arbeiten die Kassen gerne mit dem Versandhandel zusammen. Sie haben Verträge oder Abkommen untereinander geschlossen.
Ebenfalls versandkostenfrei ist in den meisten Fällen eine Bestellung, die den Wert von ca. 50,- EUR übersteigt. Darunter fallen in der Regel Portoanteile von ca. zwei bis sechs Euro an.
Auf einigen Internetseiten wird auch empfohlen, sich vom Arzt ein Dauerrezept, eine Jahresverordnung oder den Dreimonatsbedarf ausstellen zu lassen. Dann bekommt der Kunde den jeweiligen Bedarf auf einmal zugeschickt - natürlich mit Umtauschrecht bei Änderungen im persönlichen Bedarf. Dadurch spart nicht nur die Krankenkasse, weil Großmengen günstigere Preise ermöglichen. Auch der Arzt schont sein Budget, weil Dauerrezepte als Praxisbesonderheit aufgeführt werden.
Allerdings sollte der Patient, der seinen Bedarf über den Versandhandel bezieht, darauf achten, dass er sich für Insulin oder Tabletten ein separates Rezept ausstellen lässt. Diese sind nämlich nach wie vor apothekenpflichtig und deshalb auch nur dort erhältlich.
Jeder Diabetiker kann die Bequemlichkeiten des Versandhandels nutzen. Nicht nur Zeit sondern auch Geld lassen sich ganz einfach sparen. Zudem wird auch auf Qualität großer Wert gelegt. 1998 gründeten einige Versandhändler den FVD - Fachverband der Versandhändler für Diabeteshilfsmittel e.V., deren Mitglieder es sich zur Aufgabe gemacht haben, rechtliche Absicherung für Kunden und Unternehmer zu bieten, aber auch ein kompetenter Ansprechpartner für Kassen, Ärzte und Patienten zu sein.
Autor: Ramona Völkl