Erstellt am: 07.07.2006
Letzte Änderung am: 07.07.2006
Millionen Deutsche leiden jedes Jahr an einer Nagelpilzinfektion. Durch einen erhöhten Blutzucker und Störungen im Stoffwechsel ist das Risiko für eine Infektionskrankheit bei Menschen mit Diabetes besonders hoch. Da ihre Haut durch die verminderte Schweißproduktion oft trocken und rissig ist, können Erreger leichter in tiefere Schichten eindringen.
Pilze werden häufig an öffentlichen Orten wie z.B. in Schwimm- und Turnhallen sowie in der Sauna übertragen. Die Haut verfügt über einen natürlichen Schutzfilm, welcher Bakterien und Pilze abwehrt. Daher infizieren sich meist nur Personen, bei welchen dieser Schutz nur noch unzureichend vorhanden ist, so auch viele Diabetiker. Die Erreger pflanzen sich in Form von Sporen fort, welche z.B. auf kleinen Hautschüppchen sitzen. In der Hälfte der Fälle geht einer Infektion zunächst ein nicht ausreichend behandelter Fußpilz voraus.
Anzeichen einer Nagelpilzinfektion
Die in der Fachsprache als Onychomykose bezeichnete Erkrankung äußert sich durch grün-gelbliche Verfärbungen, welche meist im vorderen Nagelbereich auftreten. Mit der Zeit breitet sich der Pilz weiter aus. Der Nagel wird trübe, verdickt sich und wird porös. Teilweise kann es zur Ablösung von Nagelbett und Nagelplatte kommen. Die Füße sind hierbei viel häufiger betroffen als die Hände.
Für eine genaue Diagnose wird zunächst das Nagelmaterial unter dem Mikroskop betrachtet und mit Hilfe eines Färbesystems Pilzsporen sichtbar gemacht. Anschließend wird eine Kultur gezüchtet, um festzustellen, um welchen Erreger es sich genau handelt.
Diabetiker sind besonders gefährdet
Die empfindliche Haut von Diabetikern begünstigt das Auftreten einer Pilzerkrankung, insbesondere dann, wenn ein diabetisches Fußsyndrom vorliegt. In diesem Fall ist die Haut bereits so geschädigt, dass Erreger leicht in sie eindringen können.
Bestehende Fußerkrankungen können sich durch einen Nagelpilz verschlechtern. Im schlimmsten Fall wird der Nagel vollständig zerstört, wenn er nicht rechtzeitig behandelt wird.
Richtig vorbeugen
Durch eine optimale Blutzuckereinstellung wird die Durchblutung gefördert, so dass die Haut Bakterien und Viren besser abwehren kann. Die Füße sollten täglich auf Auffälligkeiten wie Rötungen oder Druckstellen hin kontrolliert und eingecremt werden, um Trockenheit vorzubeugen.
Um den Erregern keine Chance zu geben, ist es ratsam, in öffentlichen Einrichtungen wie z.B. Schwimmbädern nicht barfuß zu laufen. Empfehlenswert sind atmungsaktive Schuhe und Baumwollsocken. Darüber hinaus trägt auch die Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte zur Vorbeugung bei: Gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung sind hier das A & O.
Nagelpilz ist heilbar
Ein Nagelpilz bildet sich in der Regel nicht von allein zurück. Im Gegenteil: Da es sich um eine Infektionskrankheit handelt, ist mit einer Ausbreitung auf die umliegenden Hautareale zu rechnen. Bei den ersten Symptomen wie einem weißlichen Belag und extremer Trockenheit der Haut sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann den Pilz entsprechend medikamentös behandeln.
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Autor: Wiebke Raue