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Bypass veringert das Infarktrisiko

Herzkranke Diabetiker: Wann der Herzkatheter Leben rettet

Menschen mit einem Typ-2-Diabetes leiden häufig zusätzlich an verengten Herzkranzgefäßen und haben dadurch ein hohes Infarktrisiko. In einer großen, amerikanischen Studie wurde jetzt untersucht, inwiefern diese Menschen von einer frühzeitigen Bypass-Operation profitieren.

Wenn die Herzkranzgefäße verstopft sind, können sie kein Blut mehr weiterleiten. Dieser "Stau" kann zu verschiedenen Komplikationen führen und einen Herzinfarkt auslösen. Dabei wird der Herzmuskel nicht nur irreparabel geschädigt, er kann auch ganz versagen. Eine Bypass-Operation soll solch einen Infarkt verhindern.
"Bypass" ist das englische Wort für Umleitung. Bei der Bypass-Operation baut der Chirurg im Herzen des Patienten eine solche Umleitung, die die verstopften Adern umgeht. Zu dieser Operation entnimmt der Chirurg kleine Venenstücke aus dem Bein und setzt sie an Stelle der verstopften Adern ein. Wenn die Operation gelingt, kann dadurch sichergestellt werden, dass das Herz wieder vollständig durchblutet wird. Ein Infarktrisiko wird dadurch wesentlich verringert.

BARI-Studie für herzkranke Diabetiker

In der amerikanischen BARI-2D-Studie wurde nun untersucht, ob  Typ-2-Diabetiker mit verengten Herzkranzgefäßen stärker von einer präventiven Bypass-Operation profitieren oder von einer besseren Blutzuckereinstellung. An der Studie hatten rund 2.400 Menschen mit einem Typ-2-Diabetes teilgenommen, die im Schnitt seit 10 Jahren an Diabetes erkrankt waren. Bei Studienbeginn lag der durchschnittliche Blutzuckerlangzeitwert (Hba1c-Wert) bei 7.7%. Die Studienteilnehmer wurden in zwei große Gruppen eingeteilt: Die eine Gruppe erhielt eine Bypass-Operation, die andere Gruppe wurde mit Diabetes-Medikamenten behandelt. Die Medikamentengruppe wurde nochmal unterteilt in Insulinnutzer und in Probanden, die mit Tabletten gegen hohen Blutzucker behandelt wurden.

Ergebnisse der BARI-Studie lassen hoffen

Die Studie dauerte rund 5 Jahre. Bei der Überlebensrate der Bypassgruppe zeigte sich im Vergleich zur Medikamentengruppe keine wesentlichen Unterschiede. In beiden Fällen hatten rund 88% aller Studienteilnehmer ihre Herzerkrankung in Kombination mit dem Diabetes überlebt. Die Tablettennutzer hatten im Vergleich zu den Insulinnutzern jedoch weniger schwere Unterzuckerungen erlitten und einen besseren Hba1c-Wert: Dieser lag zum Ende der Studie bei 7%, der Langzeitwert der Insulinnutzer war 0,5% höher. Außerdem hatten die Tablettennutzer weniger an Gewicht zugenommen und seltener unangenehme Wassereinlagerungen in den Beinen gehabt. Unterschiede zwischen den Gruppen bei Herzversagen oder Knochenbrüchen gab es jedoch nicht. Insgesamt zogen die Forscher daraus den Schluss, dass sowohl die medikamentöse Diabetestherapie als auch die Bypass-Operation in ähnlichem Maße für die Studienteilnehmer vorteilhaft war. Wenn sich die Verengung der Herzkranzgefäße  noch im Anfangsstadium befand, profitierten die Studienteilnehmer eher von einer verbesserten Diabetestherapie mit Insulin oder Tabletten. War die Herzerkrankung jedoch weit fortgeschritten, überlebten die Patienten besser und länger mit einer Bypass-Operation. Alle Studienteilnehmer profitierten jedoch insbesondere von mehr Bewegung und kalorienärmerer Kost. Dadurch konnte sowohl der Blutdruck gesenkt, als auch die Blutzuckereinstellung verbessert werden.

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