Erstellt am: 17.02.2003
Letzte Änderung am: 17.05.2004
Vor dem Einsatz der Insulinpumpe hat die bisherige Insulintherapie oft keine befriedigenden Blutzuckerwerte gebracht. Bei einer schlechten Einstellung wird ein Teil der zugeführten Kohlenhydrate mit dem Urin wieder ausgeschieden, weil nicht genügend Insulin zur Verfügung stand. Durch den Einsatz der Pumpe aber erhält der Körper nun das benötigte Insulin. Das verbessert die Einstellung und die Kohlenhydrate, die zuvor mit dem Urin ausgeschieden wurden, werden nun in Energie umgewandelt.
Der Verlust an Kohlenhydraten wurde zuvor wahrscheinlich mit zusätzlicher Nahrung ausgeglichen, da man sonst an Gewicht verloren hätte. Nach dem Einsatz der Insulinpumpe führt man - zusätzlich zur jetzigen vollständigen Verwertung - dem Körper mehr Nahrung zu, als er benötigt. Man nimmt zu, weil der Körper die über den Bedarf zugeführte Energie als Fett speichert.
Ähnlich verhält es sich auch mit dem Wasserhaushalt: Bislang versuchte der Körper, den überflüssigen Zucker mit dem Urin loszuwerden. Mit der Pumpe fällt die vermehrte Ausscheidung weg und der Flüssigkeitshaushalt normalisiert sich. Das Insulin vermindert nämlich die Ausscheidung von Natrium, und dieses wiederum bindet Wasser im Körper. Durch die Insulinpumpentherapie ist es nicht mehr notwendig, zu einer bestimmten Zeit eine festgelegte Menge an Kohlenhydraten zu essen, um die (unnatürliche) Wirkungsspitze eines lang wirksamen Insulins auszugleichen.
Mit der Freiheit, was, wann und wieviel essen zu dürfen, können gute Blutzuckerwerte entsprechend der Zielvorstellung erreicht werden. Diese neue Freiheit kann aber auch dazu führen, sich ungesunde Ernährungsgewohnheiten anzueignen. Daher sollte dringend eine gesunde Mischkost zu sich genommen werden: 50 bis 60 Prozent der Tagesenergiezufuhr sollten auf Kohlenhydraten und Ballaststoffen basieren, höchstens 30 Prozent auf einfach und mehrfach gesättigten Fettsäuren und an Eiweiß sollten nur 10 bis 20 Prozent vorkommen.
Zu einer gesunden Lebensweise gehört Sport, der auch mit einer Insulinpumpe möglich ist. Wem das zu unbequem ist, der kann auch die Pumpe ablegen und diese Zeit mit gespritztem Insulin überbrücken.
Autor: Redaktion
Quelle: Diabetiker Ratgeber, November 2001, S. 30-34