Erstellt am: 14.07.2011
Letzte Änderung am: 15.07.2011
Was Spaß werden sollte, endete im Krankenhaus: Letzten Samstag wurde ein Camp für diabetische Jugendliche und junge Erwachsene von einer Darminfektion heimgesucht. Rund 300 Mitglieder des Zeltlagers mussten daraufhin medizinisch betreut werden.Die betroffenen Personen wurden vom plötzlichen Durchfall, Brechreiz und Magenkrämpfen geplagt. Ursächlich für die Beschwerden soll laut behandelnder Ärzte der zurzeit erneut grassierende Noro-Virus sein. Inzwischen befinden sich die Patienten auf dem Wege der Besserung, so dass die meisten am Sonntag den 10. Juli aus den Kliniken in der Region Schleswig-Holstein und Hamburg symptomfrei entlassen werden konnten. Gesunde Teilnehmer des viertägigen Jugendcamps („Camp D“), das von den Pharmaunternehmen Novo Nordisk und Bayer Vital GmbH veranstaltet wird, konnten planmäßig am Sonntag die Heimreise antreten.
Noro-Virus-Infektion: Krankheitsbild und Symptome
Das Noro-Virus ist eine häufig auch in Gemeinschaftseinrichtungen wie Pflegeheimen, Kindertagesstätten oder Kantinen grassierende Infektion, die mit heftigem Erbrechen und schlagartigem Durchfall einhergeht. Die Übertragungszeit des hochansteckenden Erregers bis zum Ausbruch der Erkrankung beträgt meist nur zwölf Stunden bis zwei Tage. Ebenso kurz, dafür aber heftig ist der Verlauf der Krankheit. Für gewöhnlich verschwindet das Leiden nach 2-3 Tagen folgenlos. Besondere Vorsicht gilt jedoch bei Kindern sowie älteren und geschwächten Menschen, da der mit Durchfall und Erbrechen verbundene Flüssigkeitsverlust schnell gefährlich werden kann. Bisher gibt es keine erprobten Gegenmittel oder Medikamente, die zur Heilung beitragen könnten. Beim Ausbruch der Infektion konzentriert sich die Therapie deshalb hauptsächlich auf die Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolytlösung.
Insgesamt ist das Noro-Virus sehr langlebig und widerstandsfähig gegenüber Desinfektionsmitteln. Auch übersteht der Erreger sowohl kalte als auch hohe Temperaturen auf Türklinken, Essen, Spielzeug und anderen Gegenständen. Seine Verbreitung kann daher nur durch die Einhaltung strikter Hygieneregeln eingedämmt werden. Stetiges Händewaschen am Arbeitsplatz, nach dem Besuch von öffentlichen Einrichtungen schützt erfahrungsgemäß am effektivsten vor der Infektion.
Magen-Darm-Infektionen: für Diabetiker besonders gefährlich
An dem Zeltlager „Camp D“ nahmen laut Veranstaltern rund 750 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16-25 Jahren teil, darunter 520 Patienten mit Typ-1-Diabetes, die sich über ihre Erfahrung mit der Krankheit austauschen wollten. Die Erkrankungswelle der anderen Art, welche die Besucher überraschend traf, ist nach jetzigem Informationsstand glimpflich ausgegangen. Dennoch kann das Noro-Virus bei chronisch kranken Menschen einen komplizierten Verlauf annehmen. Denn: Diabetiker scheiden bei Durchfallerkrankungen neben großer Mengen Flüssigkeit auch wichtige Mineralstoffe aus, die der Körper für den Stoffwechsel benötigt. Zugleich trägt der andauernde Brechreiz dazu bei, dass die Patienten zu wenig essen und trinken. Dies kann in einer schweren Unterzuckerung gipfeln. Deshalb ist der Diabetiker gut beraten, bei jeder Durchfallerkrankung die Blutzuckerwerte häufiger als sonst zu kontrollieren und im Zweifelsfall den Arzt aufsuchen.