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Arztreport 2011

Arztreport 2011 - diese Krankheiten plagen die Deutschen

©kellermeister/pixelio Die Krankenkasse Barmer GEK hat kürzlich einen aktuellen Arztreport vorgelegt. Diese Bestandsaufnahme der ambulant-ärztlichen Versorgung in Deutschland gibt einen Überblick über die Kennzahlen und Trends in deutschen Arztpraxen. Besonders interessant sind dabei die Diagnosehäufigkeiten.

Berichtet werden vorrangig Ergebnisse aus dem Jahr 2009. Insgesamt 91 Prozent der Bevölkerung haben in diesem Zeitraum einen Arzt aufgesucht. Daraus kann vorsichtig eine Rangliste der am häufigsten vorkommenden Erkrankungen in Deutschland formuliert werden. Anzumerken bleibt, dass der Arztreport 2011 nicht als vollständige Dokumentation aller potenziell nachweisbarer Erkrankungen angesehen werden kann, da beispielsweise nicht alle Personen im gewählten Beobachtungszeitraum einen Arzt aufgesucht hatten. 

Bluthochdruck als ein der häufigsten Leiden in Deutschland

Nach Auswertungen der Barmer GEK-Daten hatten rund 66,7 Mio. Deutsche (81,5 Prozent der Bevölkerung 2009) mindestens einmalig Kontakt zu einem Internisten oder Allgemeinarzt. Die Diagnosegruppe im Sinne von Erkrankungen mit der weitesten Verbreitung bildeten dabei "Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens", die innerhalb eines Jahres bei 34 Prozent der Bevölkerung diagnostiziert wurden. Etwa 22 bis 29 Prozent der Deutschen erhielt außerdem Diagnosen aus den Gruppen "Akute Infektionen der oberen Atemwege", "Stoffwechselstörungen" und "Affektionen der Augenmuskeln, Störungen der Blickbewegungen". Mehr als ein Viertel der Bevölkerung leidet dem Bericht zufolge unter Hypertonie (Bluthochdruck). Die Erkrankung plagt rund. 25, 7 Prozent der Bevölkerung. Ein deutlicher Anstieg der Häufigkeit zeigt sich bei beiden Geschlechtern nach dem 45. Lebensjahr. Diagnoseraten oberhalb von 60 Prozent finden sich sowohl bei Frauen als auch bei Männern im Alter ab 70 Jahre. Auch zeichnet sich eine klare Ost-West -Trennung ab. So scheint der Gesundheitszustand der Ostdeutschen schlechter zu sein als bei Menschen im Westen des Landes.
 
Disease Mangement-Programme: Diabetes mellitus Typ II

Die Zuckerkrankheit stellt nach wie vor eine große Herausforderung für das deutsche Gesundheitssystem dar. Eine weitere Besonderheit des Arztreports ist deshalb die Darstellung der ausgewerteten Daten von Diabetikern, die an speziellen Behandlungsprogrammen teilnehmen. Seit Juli 2008 werden die Erhebungsdaten zu Teilnehmern an den so genannten Disease-Management-Programmen (DMP) an die Krankenhassen weitergeleitet. DMPs dienen vor allem der verbesserten Versorgung chronisch kranker Menschen. Nach Angaben des Bundesversicherungsamtes (BVA) sollen auf diese Weise diabetische Folgeschäden und Komplikationen bei den betroffenen Versicherten vermieden werden. Ferner sollen DMPs bestehende Versorgungsmängel wie Über-, Unter- und Fehlversorgung im deutschen Gesudheitssystem abbauen. Die Ergebnisse: Am 1. Oktober 2009 waren nach BVA-Angaben 2.332 Behandlungsprogramme für Diabetiker zugelassen. Rund 3.242.066 Diabetiker waren in mindestens einen DMP eingeschrieben. Nach Hochrechnungen der Barmer GEK-Daten wurde 2009 bei 5,64 Millionen Menschen (6,9 Prozent der Bevölkerung) in Deutschland die Zuckerkrankheit diagnostiziert. Männer waren dabei mit einer Diagnoserate von 7,6 Prozent häufiger als Frauen mit einer Rate von 6,2 Prozent betroffen. Ein besonderer Zuwachs an Neuerkrankungen wurde bei den Alterstufen von 55-75 Jahren beobachtet. Doch auch andere Alterstufen, darunter Kinder und Jugendliche, bleiben von der Krankheit nicht verschont. Insgesamt weisen die ausgewerteten Daten darauf hin, dass Diabetes nach wie vor Millionen von Menschen betrifft. Der stetige Zuwachs an Neudiagnosen verdeutlicht die besorgniserregende Lage zusätzlich. Zu bedenken ist zudem die Dunkelziffer an Diabetikern, die als solche noch nicht diagnostiziert wurden. 

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