Erstellt am: 09.09.2005
Letzte Änderung am: 09.09.2005
Der Begriff Motivation beschreibt laut DUDEN: (lat.) die Beweggründe, die das Handeln eines Menschen bestimmen. Das trifft den Kern der Sache, aber führt gleichzeitig vor Augen, wie facettenreich der Begriff ist. Beweggründe pflastern den Weg zu einem bestimmten Ziel - Erfolg im Beruf, Geld, ein neues Auto, das eigene Heim, ein paar Kilogramm weniger oder eben Glück, Zufriedenheit, Gesundheit. Lässt die Motivation nach, rückt das Ziel in weite Ferne. Fast die Hälfte der Diabetiker gerät im Verlauf des Lebens mit Diabetes in eine Krise. Der Sinn, stets neue Kraft für tägliches Messen, Spritzen, Kontrolle über Essen und Gewicht aufzubringen, wird in Frage gestellt. Es kommt zur Vernachlässigung der Behandlung.
Die alltägliche Auseinandersetzung und Konfrontation mit der Krankheit zerrt an den physischen und psychischen Kräften. Mit dem Nachlassen der Behandlungsmotivation droht auf Dauer die Therapie des Diabetes zu versagen. Motivation ist etwas, was jeden Menschen tagtäglich begleitet – der innere Schweinehund ist sein größter Feind. Sportler motivieren sich zu regelmäßigem Training, der Student/Schüler zum Lernen für die nächste Klausur - Beispiele gibt es viele. Das Ziel sollte man im wahrsten Sinne des Wortes nie aus den Augen verlieren. Vielfach empfohlen ist dafür die visualisierte Darstellung: Wie sieht man mit ein paar Kilogramm weniger aus, wie verändert sich die eigene Lebensqualität bei gut eingestellten Werten etc.
Wichtig ist, dass eigene Ziel zu kennen und zu konkretisieren. Statt negativer Formulierung wie, „ich darf nicht....“, sollte der positive Effekt bei Erreichen des Ziels hervorgehoben werden. Dem Arzt, Partner oder der Familie zuliebe etwas zu tun ist ehrenvoll, aber häufig nicht von langer Dauer. Wichtig ist die eigene innere Überzeugung, welche neuen Antrieb gibt.
Gesagt, getan
Theoretisch ist immer alles klar und leicht, aber in der Praxis sieht alles schon ganz anders aus. Jeden Tag nimmt man sich vor anzufangen, ja, morgen, da wird alles besser! Wenn die ersten Zweifel aufkommen, sollte man sich selbst ins Verhör nehmen. Was ist das Ziel? Warum? Wie komme ich dorthin? Was steht mir im Wege? Hilfreich kann es sein, sowohl positive als auch negative Aspekte aufzuschreiben und gegeneinander abzuwiegen. Wenn man alleine nicht weiterkommt, ist es ratsam sich an den Diabetesberater oder Diabetologen zu wenden. Sie wissen um die Schwierigkeit, über Jahre hinweg die Krankheit Diabetes zu akzeptieren und sich mit ihr auseinander zu setzen. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft bietet für Diplom-Psychologen Weiterbildungen zum Fachpsychologen in Diabetes an. Eine vom DDG anerkannte Schulung ist das sogenannte „Coping“. Vom englischen „to cope with“ (= mit etwas zurechtkommen) lernen die Patienten während der Schulung, wie man mit einer chronischen Krankheit und den damit zusammenhängenden Gefühlen, Handlungen und Gedanken umgeht. Ziel ist es, das Selbstbewusstsein des Patienten zu stärken und somit langfristig die Behandlungsmotivation wieder aufzubauen. Nähere Informationen dazu unter: www.coping-schulung.de
Belohnung
Jeder kleine Schritt bringt den Menschen dem Ziel ein Stück näher. Dabei geht es nicht nur darum, dass Ziel zu erreichen, der Weg dorthin ist genauso entscheidend. Bei all den großen Zielen darf man die kleinen Erfolge nicht übersehen. Der oft schwierige Weg zum Ziel muss getrennt bewertet werden. Auch ein kleiner Erfolg verdient Belohnung und Anerkennung. Das eigene Bewusstsein schärfen und lernen sich über die geschaffte Etappe zu freuen, gibt neue Kraft und Energie, das Ziel zu erreichen – und das gilt nicht nur für Sportler.
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Autor: Steffi Dörries