Erstellt am: 14.11.2006
Letzte Änderung am: 14.11.2006
Eine erfolgreiche Diabetestherapie hängt mehr und mehr von der eigenen Initiative und guter Organisation ab. Dies verlangt den Patienten jedoch meist ein gewisses Maß an Disziplin und Motivation ab. Es gibt Betroffene bei denen immer wieder die Motivation zum Selbstmanagement sinkt. In diesen Fällen kann vielleicht die Coping-Schulung für die nötige Kraft sorgen.Mit einem gut eingestellten Diabetes können Betroffene ein relativ normales Leben führen. Nach der Diagnose helfen Patienten Schulungen auf den richtigen Weg im relativ unkomplizierten Umgang mit ihrer Erkrankung. Solche Schulungen können aber nur den Anstoß und hilfreiche Tipps geben, im Alltag muss der Diabetiker für sein Wohl selbst sorgen.
Schulungswissen Hilfe aber keine Erfolgsgarantie
Statistiken aus den letzten Jahren belegen, dass das erlernte Schulungswissen bei der Diabetestherapie hilft, aber kein Garant für eine gute Blutzuckereinstellung ist. Etwa 30 bis 40 Prozent der Betroffenen geraten mit der Zeit in ein Motivationsloch bezüglich der eigenen Therapie und vernachlässigen diese. Dies kann sich unmittelbar negativ auf die Behandlungsergebnisse auswirken und führt, in vielen Fällen sogar zum Versagen der Therapie.
Motivationskonzept vom Diabetes-Zentrum Essen
Einem solchen Versagen will man am Diabetes-Zentrum Essen entgegenwirken. Der Diplom-Pädagoge Rainer Paust hat hier das Projekt "Coping-Schulung für Menschen mit Diabetes" ins Leben gerufen. Ziel des Schulungs-Programms ist es, diejenigen Diabetiker, deren Therapie ins Stocken geraten ist, wieder neu zu motivieren und ihnen dabei zu helfen mit ihrer Erkrankung auch psychisch umzugehen. Das englische Wort "Coping" beteutet soviel wie "mit etwas zurechtkommen". Der Schulungsansatz betrachtet nicht nur die Krankheit, sondern den ganzen Menschen, denn die Bewältigung des Diabetes verläuft demnach nicht bei allen Menschen gleich.
Konzept der Coping-Schulung
Deshalb unterliegt die Krankheitsverarbeitung keinen allgemeingültigen festen Regeln.
Diabetiker, die an dem dreimal dreistündigen Programm in einer Gruppe von vier bis sechs Personen teilnehmen, lernen anhand ihrer individuellen Situation, Schwierigkeiten im Krankheitserleben und in der Umsetzung der Behandlung zu analysieren und zu verstehen und sich durch sinnvolle Ziele zu motivieren. Persönliche Ziele sollen Kraft- und Motivation bringen und gleichzeitig das Selbstwertgefühl steigern. Diese Ziele können sowohl innerhalb als auch außerhalb der Diabetestherapie gesetzt werden, schließlich wirkt sich allgemeines Wohlbefinden meist auch postitiv auf die Diabetestherapie aus.
Erstes Motivationskonzept für Diabetiker
Die Coping-Schulung ist mit ihrem Konzept bundesweit das erste Programm, das Diabetikern gezielt beim Aufbau der Behandlungsmotivation hilft, indem es Wege zu einem selbstbewussten und positiven Umgang mit der Krankheit aufzeigt. Auch europaweit gibt es kein entsprechendes Angebot. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft hat den Wert des Coping-Konzeptes erkannt und es als aktuelles, angemessen strukturiertes und bedarfsgemäßes Programm zur Verbesserung der Krankheitsverarbeitung bei Diabetes mellitus anerkannt.
Autor: Carolin Bunge